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Mobilitätspakt für Thüringen erhält Unterstützung

Carius begrüßt Beitritt der Architekten- und Ingenieurkammer Thüringen

„Der Beitritt der Thüringer Architekten und Ingenieure zu unserem Mobilitätspakt für Thüringen unterstützt uns dabei, die Herausforderungen des demografischen Wandels im Bereich der Infrastruktur zu bewältigen. Die Mitarbeit der beiden Kammern im Beirat ‚Politik.Wirtschaft.Handwerk’ wird uns helfen, gute Lösungen in den Themenfeldern Bauen, Infrastruktur und Mobilität für die Zukunft zu entwickeln.“ Dies sagte heute der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Unterzeichnung der Beitrittserklärung zum Mobilitätspakt durch die Präsidenten der Ingenieurkammer Thüringen, Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig, und der Architektenkammer Thüringen, Hartmut Strube, in Erfurt.

„Architektur bedeutet nicht nur das Gestalten von Gebäuden. Architektur findet auch in der Fläche statt. Als Architekten wollen wir uns daher bei einer am Gemeinwohl orientierten Entwicklung unserer Infrastruktur einbringen“, sagte der Präsident der Architektenkammer Thüringen, Hartmut Strube, nach der Unterzeichnung der Beitrittserklärung.

„Der Mobilitätspakt der Landesregierung mit der Thüringer Wirtschaft ist angesichts des demografischen Strukturwandlungsprozesses ein wichtiges wirtschaftliches Förderinstrument. Wir bringen daher gerne unsere ingenieurtechnische Kompetenz in den Pakt ein“, erklärte Prof. Hans-Ulrich Mönnig, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen.

Der Mobilitätspakt für Thüringen mit den Handwerks- und Industrie- und Handelskammern sowie dem Verband der Wirtschaft Thüringens sieht u.a. einen jährlichen Investitions- und Mobilitätsbericht vor, der die Entwicklung und den Zustand der Verkehrsinfrastruktur dokumentiert. Beim Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wird ein Beirat „Politik.Wirtschaft.Handwerk“ gegründet, der die Zusammenarbeit auf den Themengebieten Bauen, Infrastruktur und Mobilität befördert. Er wird sich im Herbst konstituieren.

Die Beitrittserklärung zum Mobilitätspakt Thüringen hat folgenden Wortlaut:

Beitrittserklärung

zum

Mobilitätspakt für Thüringen

Die Ingenieurkammer Thüringen und die Architektenkammer Thüringen erklären hiermit ihren Beitritt zu dem am 12. Juli 2011 vorgeschlagenen Mobilitätspakt für Thüringen. Dessen Wortlaut ist im Folgenden wiedergegeben:

„Die IHK Erfurt, die IHK Ostthüringen zu Gera, die IHK Südthüringen, die HWK Erfurt, die HWK für Ostthüringen, die HWK Südthüringen und der Verband der Wirtschaft Thüringens e.V. (VWT) schlagen der Landesregierung einen Mobilitätspakt für gute Verkehrswege in Thüringen vor, der die verkehrspolitischen Bemühungen um eine bedarfsgerechte Infrastruktur konstruktiv begleiten und voranbringen soll. Denn die Verkehrsinfrastruktur ist ein unverzichtbarer harter Standortfaktor, deren Entwicklung einen wesentlichen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Thüringen leistet.
Der Mobilitätspakt umfasst folgende Inhalte:

Die Konsolidierung des Landeshaushaltes wird begrüßt. Entscheidungen zum Erhalt oder Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sind vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zu prüfen. Dabei wird gefordert, dass die Funktionsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur im Rahmen dieser Entwicklung erhalten bleibt.

2. Die Landesinvestitionen im Landes- und Bundesstraßenbau sowie für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind in einem jährlichen Investitionsbericht durch die Landesregierung zu dokumentieren.

3. Ebenfalls jährlich ist durch die Landesregierung ein Mobilitätsbericht vorzulegen, der für alle Verkehrsträger sowohl den Zustand und die Finanzierung als auch die Subventionen für den laufenden Betrieb, etwa im öffentlichen Nahverkehr (insbesondere die Finanzhilfen für die Aufgabenträger des Straßenpersonennahverkehrs (StPNV) sowie die Finanzierung und Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV)), aufzeigt.

4. Zur Förderung des kommunalen Straßenbaus und der kommunalen ÖPNV-Investitionen ist die Errichtung eines Kommunalen Verkehrsfonds als revolvierender Fonds zu prüfen, damit neben den bisher üblichen Zuschüssen durch Darlehen langfristig die Verfügbarkeit von Fördermöglichkeiten gesichert werden kann.

5. Das Land setzt sich verstärkt für die Finanzierung und den tatsächlichen Ausbau der Schienenwege in Thüringen, insbesondere für die Fertigstellung der ICE-Neubaustrecken 8.1 und 8.2 sowie der Mitte-Deutschland-Verbindung ein.

6. Es ist ein Konzept zu entwickeln, wie aus der internationalen Schienenanbindung im zukünftigen ICE-Knoten Erfurt für Thüringen touristische Impulse, eine stärkere Ansiedlung von Unternehmen und die Erschließung neuer Kundengruppen generiert werden können.

7. Beim Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wird ein Beirat „Politik.Wirtschaft.Handwerk“ eingerichtet. Hier sollen Fragestellungen zu den Themengebieten Bauen, Infrastruktur und Mobilität mit dem Ziel diskutiert werden, die Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels zu verstärken.“

Der Wortlaut wird um die beitretenden Parteien ergänzt.

Erfurt, 15. August 2011

 


Christian Carius
Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und
Verkehr

 


Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig
Präsident der Ingenieurkammer Thüringen

 

Hartmut Strube
Präsident der Architektenkammer Thüringen
 

gez. am 12. Juli 2011

Dr. Matthias Duft
Vizepräsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens e.V.


gez. am 12. Juli 2011

Dieter Bauhaus
Präsident der Industrie- und Handelskammer
Erfurt

gez. am 12. Juli 2011

Albrecht Pitschel
Präsident der Industrie- und Handelskammer
Ostthüringen zu Gera

gez. am 12. Juli 2011

Dr. Peter Traut
Präsident der Industrie- und Handelskammer Südthüringen


gez. am 12. Juli 2011

Rolf Ostermann
Präsident der Handwerkskammer Erfurt

gez. am 12. Juli 2011

Klaus Nützel
Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen Gera

gez. am 12. Juli 2011

Helmut Adamy
Präsident der Handwerks-kammer Südthüringen