Schreiben des Bildungsministers Holter zum Amtsantritt

Helmut Holter 3 Quelle Tsk Pöcking

Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jugendhilfe und Sport,
liebe Schülerinnen und Schüler,
werte Damen und Herren,

der Sommer hat Veränderungen gebracht. Sie wissen es längst aus den Nachrichten: Der Ministerpräsident hat mich gebeten, die Leitung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zu übernehmen. Das ist eine der interessantesten Aufgaben, die diese Landesregierung zu bieten hat. Ich freue mich darauf.

Damit Sie mich besser kennenlernen können, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen: Ich bin 64 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter. Nach dem Abitur in Halle an der Saale absolvierte ich ein Studium an der Bauingenieurhochschule in Moskau. Als Technologe arbeitete ich in der Region Templin, bis ich 1985 ein postgraduales Studium an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau aufnahm. Anschließend war ich bis 1989 in der Abteilung Bau/Verkehr und Energie der SED-Bezirksleitung Neubrandenburg tätig. In den Jahren 1994 bis 2002 sowie von 2006 bis vor wenigen Tagen gehörte ich als Abgeordneter dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern an. In den Jahren 1998 bis 2006 wirkte ich als Minister für Arbeit und Bau sowie später auch Landesentwicklung. Zugleich war ich stellvertretender Ministerpräsident.

Seit Jahresbeginn durfte ich in der vom Thüringer Ministerpräsidenten eingesetzten Kommission „Zukunft Schule“ mitarbeiten. Ich habe hier einen sehr umfassenden Blick in die aktuellen Fragen der Thüringer Bildungspolitik gewonnen. Ich denke, aus diesen Erfahrungen kann ich in die Arbeit im Bildungsministerium viel einbringen. Aber ich scheue mich nicht zu sagen: Auch für einen Bildungsminister ist das Lernen noch nicht zu Ende.

Nicht von ungefähr trägt der Bericht unserer Kommission den Titel „Zukunft Schule“. Solange wir pro Schüler die deutschlandweit höchsten Bildungsausgaben und gleichzeitig viel zu hohen Unterrichtsausfall haben, produzieren wir Unzufriedenheit. Unser Schulsystem muss leistungsfähiger, effizienter und besser werden. Den Weg dahin können wir nur gemeinsam gehen. Wir brauchen eine gesellschaftliche Verständigung darüber, wie sich Schule entwickeln soll. Als verantwortlicher Minister baue ich auf Ihre Meinung, Ihre Anregungen und auch auf Ihre Kritik.

Bildungspolitik erinnert hin und wieder an Fußball: Es gibt viele Tausend Bundestrainer im Land. Nicht jeder Vorschlag ist durchdacht. Aber viel ist auch bedenkenswert, erst Recht, wenn es Vorschläge sind, die von Menschen kommen, die sich auskennen. In den kommenden Wochen wird es einen Werkstattprozess geben, in dem wir uns verständigen wollen, wie die Vorschläge der Kommission umgesetzt werden können. Dazu werden derzeit zahlreiche Veranstaltungen - Diskussionen, Workshops, Tagungen - geplant, die von September bis Dezember stattfinden werden. Ich möchte Sie herzlich einladen: Bringen Sie sich ein. Ihr Sachverstand ist mir wichtig.

Der Werkstatt- und Dialogprozess zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission hat ein klares Ziel: Den Weg zur Thüringer Unterrichtsgarantie abstecken. Deshalb ist auch klar: Auf die Debatten werden Entscheidungen folgen. Die Diskussion ist kein Selbstzweck. Nicht alle Entscheidungen werden allen gefallen. Aber ohne Entscheidungen gibt es keine Entwicklung.

Wenn ich von Bildung rede, meine ich ausdrücklich auch die frühkindliche Bildung. Dass ich jetzt daran mitwirken kann, mit dem Kindergarten eine originäre Idee aus Thüringen weiterzuentwickeln, finde ich sehr reizvoll. Und natürlich begrüße ich die mit der Bildungsfreistellung neu geschaffenen Möglichkeiten in der Weiterbildung.

Neben dem Werkstattprozess wird die geplante Schulgesetznovelle eine weitere Baustelle für die kommenden Monate sein. Hier werden uns insbesondere die Fragen der weiteren Schritte bei der Umsetzung der Inklusion im Thüringer Schulwesen beschäftigen. Im Bereich des Sports freue ich mich nicht nur auf das Thema Oberhof. Der Biathlon-Weltcup im vergangenen Winter war wieder ein riesiger Erfolg. Mit 40.000 Zuschauern hatten die Veranstalter gerechnet, 60.000 sind gekommen. Mir wurde von der großen Begeisterung und von der tollen Atmosphäre am Grenzadler berichtet. Gleichwohl weiß ich, dass hinter diesen sportlichen Großereignissen viel Arbeit steckt. Wir sollten uns aber auch Gedanken machen, wie Oberhof über den Winter hinaus attraktiver werden kann. Hier möchte ich gerne anpacken. Auch im Themenfeld Jugend sind interessante Vorhaben in der Umsetzung - etwa die Landesstrategie Mitbestimmung junger Menschen - die ich gerne unterstützen möchte.

Ich verspreche Ihnen, mich mit ganzer Kraft für die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen einzusetzen. Dabei bin ich mir der großen Herausforderungen sehr bewusst - und bereit, diese nach intensiven Diskussionen mit Entscheidungsstärke anzugehen.

Freundliche Grüße
Ihr Helmut Holter

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