Informationen zum Schuljahresbeginn 2017/2018

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1.Schülerzahl steigt

Zum neuen Schuljahr werden rund 18.250 Erstklässler eingeschult. Insgesamt lernen an staatlichen und freien Schulen etwa 243.040 Schülerinnen und Schüler.

Im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler leicht. Die Anzahl der Schulen bleibt weitgehend konstant.

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2. Personalentwicklung und Bewerbersituation

Im neuen Schuljahr werden im Thüringer Schuldienst rund 18.700 Lehrerinnen und Lehrer, 3.000 staatliche Erzieherinnen und Erzieher sowie rund 700 sonderpädagogische Fachkräfte beschäftigt sein. Hinzu kommen 530 Lehramtsanwärter.

Von den 500 geplanten unbefristeten Neueinstellungen an Lehrkräften im Kalenderjahr 2017 wurden 192 bereits zum Einstellungstermin 13. Februar 2017 besetzt. Mit dem Einstellungsverfahren zum Schuljahresbeginn 2017/2018 werden die restlichen 308 Stellen vergeben. Davon befinden sich mit Stand 1. August 2017 noch 30 Stellen im Besetzungsverfahren. Aktuell sind demzufolge 470 der geplanten 500 Stellen besetzt. Es lagen rund 2.800 Bewerbungen von etwa 2.000 Bewerberinnen und Bewerbern vor.

Nach jeweils 500 Neueinstellungen von Lehrerinnen und Lehrern in den Jahren 2015 bis 2017 sollen 2018 rund 900 Stellen neu besetzt werden. Im Jahr 2019 kommen weitere 650 Einstellungen hinzu – das ist deutlich mehr als geplant. Dadurch können in den kommenden beiden Jahren rund 300 befristet in den Schuldienst eingestellten Lehrkräften Entfristungen angeboten werden. Die Vertretungsreserve wird fortgeführt – angesichts ei­ner hohen Krankheitsquote ein unverzichtbares Instrument zur Unterrichtsabsicherung.

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Die Neueinstellungen der Vollzeitlehrkräfte verteilen sich wie folgt:

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Von den bisher realisierten Stellenbesetzungen im Jahr 2017 erfolgten 90 im schulscharfen Besetzungsverfahren – 62 davon zum Einstellungstermin 1. Februar, die restlichen 28 zum 1. August 2017.

Statistisch gesehen gab es auf jede freie Stelle sechs Bewerbungen. Allerdings gibt es regionale Unterschiede – die Städte sind bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern beliebter als der ländliche Raum. Hinzu kommen Unterschiede bei den Fachkombinationen. Mangelnde Bewerberzahlen sind insbesondere in den musisch-künstlerischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern zu verzeichnen.

3. Maßnahmen zur Lehrergewinnung

Auf dem Weg zu einer Unterrichtsgarantie hat die Thüringer Landesregierung ein Bündel an Maßnahmen beschlossen, um das Bildungsland Thüringen zu stärken, darunter die unbefristete Neueinstellung von etwa 3.000 Lehrkräften in der laufenden Legislaturperiode von 2014 bis 2019, die Schaffung einer Vertretungsreserve an den Horten und die Erleichterung der Zugangsvoraussetzungen für Seiteneinsteiger.

Rückkehr zur Verbeamtung

Seit August 2017 verbeamtet Thüringen wieder Lehrkräfte. Damit geht die rot-rot-grüne Landesregierung einen bedeutenden Schritt, um den Bildungsstandort für bestehende Lehrkräfte attraktiv zu halten und neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen.

Von den zum Schuljahresbeginn 2017/2018 neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrern wurden bis zum Schuljahresbeginn 161 verbeamtet. Weitere Ernennungen werden in den nächsten Tagen folgen. Rund 2.100 bereits tarifvertraglich beim Land angestellte Lehrkräfte werden zum 1. Oktober verbeamtet.

Die letzten Verbeamtungen haben im Jahr 2006 stattgefunden. Zusammen mit den rund 10.300 bestehenden verbeamten Lehrkräften wird es dann wieder deutlich mehr verbeamtete als tarifbeschäftigte Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen geben.

Mehr Geld für Regelschullehrer

Regelschullehrerinnen und -lehrer erhalten ab dem 1. Januar 2018 eine ruhegehaltsfähige Zulage in Höhe von 50 Prozent der Differenz von A12 nach A13 bzw. E11 nach E13. Die Thüringer Landesregierung geht damit einen ersten Schritt hin zur Verbesserung der Bezahlung von Regelschullehrerinnen und -lehrern und sendet ein deutliches Signal der Wertschätzung an die Kolleginnen und Kollegen. Etwa 2.800 Regelschullehrerinnen und -lehrer profitieren davon. Es werden jährlich 8,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Damit ist ein wesentliches Etappenziel zur Gleichstellung der Regelschullehrkräfte mit den Gymnasiallehrerinnen und -lehrern erreicht. Gemeinsam mit den Gewerkschaften wird nun darüber beraten, wie auch der zweite Schritt hin zur vollständigen Anpassung der Besoldung auf die Gehaltsstufe A13 bzw. E13 gegangen werden kann.

Öffnung des Ranglistenverfahrens für Lehramtsanwärter

Im Jahr 2017 treten 530 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter ihren Vorbereitungsdienst in den Thüringer Schulen an. Alle Bewerberinnen und Bewerber für die Lehrämter an Grundschulen, Regelschulen, berufsbildenden Schulen und für Förderpädagogik, die sich fristgerecht und ordnungsgemäß beworben haben, erhielten im Jahr 2017 einen Ausbildungsplatz. Für die Gymnasien gab es mehr Bewerberinnen und Bewerber als Stellen.

Lehramt an:

Grundschulen: 165
Regelschulen: 110
Gymnasien: 202
Förderschulen: 23
Berufsbildende Schulen: 30
Gesamt: 530

Der Thüringer Landesregierung ist sehr daran gelegen, Lehramtsanwärter als spätere Lehrkräfte für Thüringen zu gewinnen bzw. in Thüringen zu halten. Mit einer Öffnung des Ranglistenverfahrens für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, die kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung stehen und noch nicht alle Zeugnisse vorlegen können, wurde ein erster Schritt getan. Für Absolventinnen und Absolventen besteht damit ab sofort die Chance einer frühzeitigen Einstellungszusage. In Mangelfächern, in denen die Zahl der Stellen in der Regel die Zahl der Bewerbungen übersteigt, bedeutet dies faktisch eine frühzeitige Einstellungsgarantie.

4. Schulnetz

Neue Gemeinschaftsschulen

Seit 2011 ist mit der Thüringer Gemeinschafts­schule das längere gemeinsame Lernen in Thüringen etabliert worden. Die Gemeinschaftsschule wurde als gleichberechtigte Schulart im Thüringer Schulgesetz verankert und ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern, gemeinsam mindestens bis zur Klassenstufe 8 zu lernen. An der Gemeinschaftsschule kann jeder allgemeinbildende Schulabschluss erreicht werden.

Mit Beginn des neuen Schuljahres nehmen in Thüringen zwei weitere staatliche Gemeinschafts­schulen ihre Arbeit auf. Damit gibt es ab dem Schuljahr 2017/18 in Thüringen insgesamt 65 Gemeinschaftsschulen, 46 in staatlicher und 19 in freier Trägerschaft.

  • Staatliche Gemeinschaftsschule Erfurt-Hochheim
  • Staatliche Gemeinschaftsschule „Carl Zeiss“ Weimar

Zukunftsfeste Schulstrukturen

Von den 786 allgemeinbildenden staatlichen Schulen in Thüringen wird auch im kommenden Schuljahr die Hälfte weniger als 180 Schülerinnen und Schüler aufweisen. An mehr als jeder dritten unserer allgemeinbildenden Grundschulen werden weniger als 120 Kinder lernen. Dies betrifft vor allem Schulen in ländlichen Regionen (basierend auf den unter Punkt 1. aufgeführten Prognosedaten zu den Schülerzahlen).

Bereits jetzt ist es an diesen Schulen sehr schwierig, auf kurzfristig entstehende Ausfälle von Lehrerinnen und Lehrern mit entsprechendem Vertretungsunterricht zu reagieren. Um diese Situation zu verbessern, sind Schulformen gefragt, die dieser Problematik Rechnung tragen und dabei dem Grundsatz der Ökonomie der Ressourcen genauso folgen wie dem Grundsatz „kurze Beine – kurze Wege“.

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Die Kommission „Zukunft Schule“ hat in ihrem Abschlussbericht verschiedene Lösungsansätze vorgelegt. Dort heißt es:

Das Land sollte zur Festlegung von Eckwerten für das Thüringer Schulnetz ermächtigt werden und künftig für gleichmäßige und gerechtere Klassengrößen sorgen.
Für Schulen sollte eine Mindestzahl parallel zu führender Klassen eingeführt werden. Schulen, deren Kollegium zu klein ist, um den vorgesehenen Fachunterricht allein mit eigenen Fachkräften abzudecken, sollten ein Kooperationsmodell mit anderen Schulen wählen.
Dafür sollte ein zur lokalen Situation passendes Kooperationsmodell gewählt werden, um einen zukunftsfesten Erhalt kleiner Schulstandorte und echte Qualitätsverbesserungen zu erzielen. Schulen in solchen Kooperationsmodellen sollten gemeinsame Schulbezirke führen und sich in der Klassenbildung sinnvoll abstimmen.

Für die Umsetzung dieser Vorschläge bedarf es der Zusammenarbeit aller Akteure des Thüringer Bildungswesens.

5. Kommission „Zukunft Schule“ – Werkstattprozess

Die von der Landesregierung eingesetzte Kommission „Zukunft Schule“ hat sich in der ersten Jahreshälfte 2017 intensiv damit befasst, weitreichende und zugleich realistische Reformvorschläge zu erarbeiten, um das Thüringer Schulsystem zukunftsfest aufzustellen. Seit Ende Juni liegen die Handlungsempfehlungen der Kommissionsmitglieder vor.

Ab Herbst soll ein Werkstattprozess mit allen Akteuren der Thüringer Bildungslandschaft gestartet werden, um gemeinsam zu beraten, welche Stellschrauben innerhalb welches Zeitrahmens zu drehen sind, um die Vorschläge der Kommission umzusetzen. Dabei geht es um Verabredungen und Maßnahmen, die für die nächsten zehn bis 15 Jahre greifen. Ziel ist ein sachorientierter und parteiübergreifender Prozess.

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