Trauriger Höchststand: 15 Brandtote im Jahr 2016

Thüringens Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger, stellte am Freitag (25. August 2017) im Gefahrenabwehrzentrum Weimar den Brand- und Katastrophenschutzbericht für das Jahr 2016 vor. „In Deutschland sterben jährlich viele Menschen durch Brände. Oftmals sind Rauchgasvergiftungen verantwortlich für die Todesfälle. Ich appelliere daher an die Verantwortung eines jeden Einzelnen, für die Sicherheit innerhalb von Wohnungen und Häusern zu sorgen und die im Brandfall lebensrettenden Rauchmelder zu installieren. Jeder Tote ist einer zu viel“, betonte der Minister.

Statistisch gesehen ist jeder Feuerwehrangehörige in Thüringen für  63 Einwohner und eine Fläche von 2,13 Quadratkilometer zuständig. Innenminister Dr. Poppenhäger dankte den Einsatzkräften, die am Tag und in der Nacht einschließlich der Wochenenden ihren Dienst überwiegend unentgeltlich und ehrenamtlich leisten. „Gerade die Freiwilligen Feuerwehren sind mit ihrem Anteil von 98% an der Gesamtmitgliederzahl aller aktiven Feuerwehrangehörigen nicht nur unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsarchitektur, sondern oft auch des kulturellen und sozialen Lebens in den Gemeinden“, würdigte er die Einsatzbereitschaft der Kameradinnen und Kameraden. Insgesamt 34.471 Feuerwehrangehörige stehen den Thüringer Bürgern im Schadensfall zur Seite.

27.389 Einsätze wurden 2016 von den Feuerwehren absolviert - das sind 75 Einsätze pro Tag. Insgesamt leisteten die Feuerwehrangehörigen 350.000 Einsatzstunden. Dabei überstieg die Zahl der Einsätze in der Allgemeinen Hilfe (18.485) wieder die der Brandbekämpfungseinsätze und machte knapp 68 Prozent des Einsatzgeschehens aus. Zu den Hilfeleistungen zählen Einsätze der Feuerwehren bei Verkehrsunfällen, Extremwetterereignissen sowie zur Unterstützung im Rettungsdienst (z.B. Tragehilfen) und bei Polizeieinsätzen (z.B. Türöffnungen). Die traditionelle Brandbekämpfung war nur bei weniger als 14 Prozent aller Einsätze notwendig. 19% der Einsätze waren Fehleinsätze. Die Zahl der Brandbekämpfungseinsätze ist gegenüber 2015 um 508 (-12,3%) zurückgegangen. Die Anzahl der Kleinbrände verringerte sich um 11,7% auf 2.743, die von Mittelbränden um 4,1% auf 420. Eine starke Zunahme von 60,7% (188 in 2016) gab es bei den Großbränden, zu welchem beispielsweise ein Wohnhausbrand am 13.12.2016 in Hildburghausen zählt, bei dem über 50 Einsatzkräfte 16 Stunden im Einsatz waren.

Durchschnittlich wird alle 19 Minuten Alarm für eine oder mehrere Feuerwehren ausgelöst. An zweiter Stelle aller Einsatzarten rangieren dabei nach wie vor die Fehlarmierungseinsätze. Deren Anzahl ist im Vergleich zu 2015 um knapp vier Prozent gestiegen. Die Zahl der blinden Alarme (+8,9%) ist erneut gestiegen, ebenso wie die Zahl der böswilligen Alarmierungen (von 114 auf 132 Alarme).

Insgesamt 2.377 Personen mussten bei Bränden (540) oder Hilfeleistungseinsätzen (1.837) aus akuter Gefahr gerettet werden (2015: 2.486). Durchschnittlich wurden im vergangenen Jahr 6 bis 7 Personen pro Tag durch Feuerwehr bei Einsätzen gerettet. 15 Menschen starben im Jahr 2016 bei einem Brand (2015: 7 Tote). Das ist die höchste Anzahl seit fünf Jahren. Die Zahl der Brandverletzten (ohne Feuerwehrangehörige) blieb annähernd gleich bei 216 (2015: 220). Bei den Hilfeleistungen ist die Zahl der registrierten verletzten Personen (ohne Feuerwehrangehörige) mit 2.638 um 218 gefallen. Die Zahl der Getöteten liegt auf Vorjahresniveau (2015: 281, 2016: 279). 2016 verlor kein Angehöriger der Feuerwehr sein Leben im Einsatz- oder Ausbildungsdienst (2015: ein toter Feuerwehrmann). Allerdings ist die Zahl der bei Bränden verletzten Feuerwehrangehörigen im vergangenen Jahr auf 43 gestiegen. 63 Feuerwehrangehörige wurden bei Hilfeleistungen verletzt. „Das zeigt, dass es sich bei Feuerwehreinsätzen nach wie vor um gefahrengeneigte Tätigkeiten handelt und hierbei der Prävention sowie der modernen und leistungsfähigen Ausstattung stets eine wichtige Rolle zukommt“, sagte der Minister.

„Es kann nicht hoch genug gewürdigt werden, dass sich gerade ehrenamtliche Feuerwehrangehörige erheblichen Gefahren aussetzen und dabei nicht selten Leib und Leben riskieren, um die Allgemeinheit zu schützen“, betonte Innenminister Dr. Holger Poppenhäger.

Tanja Neubauer

Pressestelle

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Hauptbrandmeister Thomas Rost führt Innenminister Dr. Holger Poppenhäger und Stefan Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Weimar, verschiedene Feuerlöscher vor. (Fotos auf dieser Seite: Henry Sowinski)
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Bei der Einsatzübung im Innenhof des Gefahrenabwehrzentrums werden praktische Löschübungen vorgeführt.

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Die Berufsfeuerwehr Weimar demonstriert, was bei einem Einsatz falscher Löschmittel passieren kann.

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Vorstellung des Jahresberichts im Gefahrenabwehrzentrum in Weimar.
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