Ein Feuerwehrmann für 62 Einwohner

So viele Menschen gerettet wie noch nie - Innenminister stellt Brand- und Katastrophenschutzbericht 2015 vor

Thüringens Minister für Inneres und Kommunales, Dr. Holger Poppenhäger, stellte am Montag (22. August 2016) im Jenaer Gefahrenabwehrzentrum den Brand- und Katastrophenschutzbericht für das Jahr 2015 vor. „Moderne Fahrzeugausstattung und gute Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, die Sicherheit in den Gemeinden zu stärken und ehrenamtliche Kräften zu gewinnen,“ betonte der Minister gleich zu Beginn. Allein 2015, so Poppenhäger, habe das Land für Feuerwehrhäuser, feuerwehrtechnische Ausstattungen, die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, die Ausbildung für Einsätze in Auto- und Eisenbahntunneln, die kostenlose Ausbildung für Ehrenamtliche, die Feuerwehrrente, die Förderung der Jugendfeuerwehren oder des Feuerwehrführerscheins insgesamt 13,4 Mio. Euro ausgegeben.

Pressekonferenz
Innenminister Dr. Holger Poppenhäger stellt im Gefahrenabwehrzentrum Jena den Brand- und Katastrophenschutzbericht 2015 vor. Bilder auf dieser Seite: TMIK/Steve Bauerschmidt

Hier finden Sie den vollständigen Jahresbericht 2015

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„Im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehren ist eine erfreuliche Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Hier ist die Anzahl der Jugendfeuerwehren in den Orts- und Stadtteilen um 24 auf insgesamt 976 gestiegen. Die Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren erreichten mit einem Mehr von 287 Mitgliedern einen Zuwachs um 3 Prozent auf insgesamt 11.548 Jugendliche. Auch die Zahl der Mädchen im Alter von 6 bis 17 ist erfreulich hoch und hat im Durchschnitt einen Anteil von immerhin fast 29 Prozent“, erklärte der Minister. „Schwerpunkt der Nachwuchsgewinnung ist eine lebendige und attraktive Arbeit in den Jugendfeuerwehren. Durch das seit dem Jahr 2006 verringerte Eintrittsalter von sechs Jahren soll schon bei den Kleinsten das Interesse und die Begeisterung für die Arbeit in der Feuerwehr geweckt werden“, so Poppenhäger. Leider sei der hohe Anteil an Feuerwehrmädchen und -frauen beim Übergang in den aktiven Dienst auf gut 9 Prozent zurückgegangen.

Bericht

Im vergangenen Jahr wurden mit weniger Mitgliedern mehr Einsätze geleistet und mehr Personen aus akuten Gefahrensituationen gerettet als 2014. Insgesamt haben 35.093 aktive Angehörige der kommunalen Feuerwehren 29.679 Einsätze bewältigt und dabei 2.486 Personen gerettet. Etwa alle 18 Minuten wurden die Feuerwehren des Freistaates alarmiert, das entspricht durchschnittlich 81 Einsätzen am Tag. Statistisch gesehen ist jeder Feuerwehrmann in Thüringen für 62 Einwohner und für eine Fläche von 2,7 Quadratkilometern zuständig. 

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„Die ehrenamtlich Aktiven der Feuerwehren bilden mit 97,7 Prozent (34.280Mitglieder) das Rückgrat der kommunalen Gefahrenabwehr. Der Abwärtstrend der letzten Jahre im Hinblick auf die Mitgliederzahl hat sich hier erfreulicherweise deutlich verlangsamt“, betonte der Minister. (Der Rückgang betrug 2015 noch 1,9 %, während er im Vorjahr noch bei 2,8 Prozent und 2013 sogar bei 5,6 % gelegen hatte). Die Altersstruktur der Kameraden in den Einsatzabteilungen und damit der hohe Anteil an jungen Aktiven sei, so Poppenhäger, erfreulich.

Die acht Berufsfeuerwehren mit insgesamt 686 Berufsfeuerwehrleuten leisten rund ein Drittel aller Einsätze (28 Prozent der Brandeinsätze, 39 Prozent der Hilfeleistungseinsätze). Die Berufsfeuerwehren konnten im Jahr 2015 durch Neueinstellungen (+3,2%) personelle Verluste der letzten Jahre mehr als ausgleichen. Der Personalbestand bei den Berufsfeuerwehren erreichte im Zeitraum von 2011 bis 2015 einen Höchststand. Der Anteil weiblicher Angehöriger ist mit 19 Frauen (2,8%) nach wie vor gering.

Die Berufsfeuerwehr Jena zeigt eine Einsatzübung zur Technischen Hilfeleistung an einem PKW bei einem Verkehrsunfall.
Die Berufsfeuerwehr Jena zeigte im Rahmen der Pressekonferenz eine Einsatzübung zur Technischen Hilfeleistung an einem PKW bei einem Verkehrsunfall.
Minister Poppenhäger

„Die Arbeit der Feuerwehren ist gefährlich. Dies zeigt leider der Tod eines jungen Feuerwehrangehörigen im vergangenen Jahr, der bei einem Einsatz im Zusammenhang mit den Starkniederschlägen Mitte August im Landkreis Eichsfeld ums Leben kam und den wir mit Bestürzung zur Kenntnis nehmen mussten“, betonte der Innenminister. Daher komme der Aus- und Fortbildung im Feuerwehrdienst eine besondere Bedeutung zu. „Eine gute Ausbildung sorgt für Sicherheit, dafür haben wir unsere Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule sowie die Ausbilder vor Ort“, so der Minister und verwies auf die vor allem bei Bränden sinkende Zahl verletzter Feuerwehrangehöriger. Zudem besteht seit 2015 in Gestalt der Opitz-Neubauer-Stiftung die Möglichkeit, Härtefälle abzumildern. Jährlich unterstützt das Land Feuerwehrangehörige, die im Einsatz einen körperlichen Schaden erlitten haben, denen aber wegen einer Vorerkrankung keine Leistungen von der Feuerwehr - Unfallkasse gewährt werden können, mit insgesamt 50.000 Euro. „Auch dies ist ein wesentlicher Baustein zur Absicherung des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes“, betont der Minister.

Die Gesamtzahl der Einsätze ist mit insgesamt 29.679 Einsätzen um ca. 18 % deutlich gegenüber 2014 gestiegen. Das Einsatzaufkommen der Feuerwehren bleibt damit auf hohem Niveau und erreichte 2015 sogar einen neuen Rekord. Auch 2015 überstieg die Anzahl der Einsätze in der Allgemeinen Hilfe (20.550; höchster Wert seit 2007) die der Brandbekämpfungseinsätze 4.124) und machte fast 70 Prozent des Einsatzgeschehens aus. Auf einen Einsatz zur Brandbekämpfung entfielen rund fünf Hilfeleistungseinsätze. Wegen des einerseits überdurchschnittlich trockenen Sommers und der andererseits punktuell starken Niederschläge im Jahr 2015 rangieren bei den Hilfeleistungen die Einsätze zur Abwehr von Wasser- und Sturmschäden (3.911; 2014: 1.841) und bei den Bränden die Einsätze auf Wiesen und Ödland an vorderster Stelle.

Zu den Einsätzen im Brandschutz und in der Allgemeinen Hilfe kommen weitere 10.203 Rettungsdienst- bzw. Krankentransporteinsätze der Berufsfeuerwehren Gera, Jena, Weimar und Erfurt hinzu, wovon 760 (7,4 %) Einsätze durch Fehlalarmierungen verursacht wurden.

Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle (2.824), der Einsätze im Zusammenhang mit Tieren bzw. Insekten (2.796) sowie der Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern (2718, davon 2.527 Ölunfälle) ist gestiegen.

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Die Anzahl an Personen, die durch den Einsatz der Feuerwehren aus akuter Gefahr gerettet werden konnten, stieg im Jahr 2015 erneut an, wobei diese Steigerung mit der gestiegenen Einsatzzahl korreliert. So wurden 2015 mit insgesamt 2.486 Geretteten ca. 300 Personen mehr als im Vorjahr  2014: 2.190) bei Bränden (586) oder Hilfeleistungseinsätzen (1900) aus einer Gefahrensituation befreit und damit so viele Menschen gerettet wie noch nie!

Der Fahrzeugpark der Feuerwehren ist umfangreich. Den größten Anteil bilden mehr als  2.000 Löschfahrzeuge. Zudem werden 340 Rüst- und Gerätwagen als Spezialfahrzeuge für die Technische Hilfeleistung und die Abwehr von Gefahren im CBRN-Bereich [chemisch-biologisch, radioaktiv, nuklear] sowie 84 Hubrettungsfahrzeuge vorrangig zur Menschenrettung vorgehalten. Innenminister Dr. Poppenhäger:  „Reiht man die genannten Feuerwehrfahrzeuge Thüringens hintereinander auf, ergäbe dies ein rotes Band mit blauen Blinklichtern vom Ministerium für Inneres und Kommunales in Erfurt bis zum Landesverwaltungsamt in Weimar“, bemerkte der Minister.

Mitgliederkampagne
Der Vorsitzende des Thüringer Feuerwehrverbandes, Lars Oschmann, präsentiert die neue Webplattform für die Mitgliederkampagne des Verbandes und der Landesregierung: www.wir-sind-dabei-112.de/.
Höhenrettung 2
Einsatzübung der Berufsfeuerwehr Jena zur Höhenrettung.

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