Kunst und Kultur im Justizvollzug

Titelbild Programmheft 2016

6. Kunst- und Kulturtage im Thüringer Justizvollzug vom 05.09. – 05.10.2016

DU HAST ES IN DER HAND

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie halten das liebevoll und individuell gestaltete Programmheft zu unseren 6. Kunst- und Kulturtagen im Thüringer Justizvollzug in den Händen. Und nicht nur die einzelnen Seiten sind wieder bunt geworden, sondern auch das Programm. Insgesamt fünf Wochen lang, vom 5. September bis zum 5. Oktober 2016, laden die Justizvollzugseinrichtungen im Freistaat unter dem Titel „Du hast es in der Hand“ wieder zum Mitmachen, Zuschauen und Zuhören ein.

Im diesjährigen Programm ist Bewährtes, wie der Zauberworkshop in der Jugendstrafanstalt Arnstadt, ebenso wiederzufinden wie ein Workshop zur Produktion eines Hörspiels in der JVA Hohenleuben oder Workshops für Fotografie in der JVA Untermaßfeld, in Textildruck in der JVA Suhl-Goldlauter und in Graffiti in der JVA Gera. Besonderes Augenmerk sei auf die Themenwoche „Wir entdecken den Spaß am Musizieren“ vom 12.09. bis zum 16.09. in der Jugendarrestanstalt Arnstadt gelegt. Hier werden die Jugendlichen mit Alltagsgegenständen Instrumente bauen, in die Kunst des Geigenbaus eingeführt sowie mit der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar ein Musikstück einstudieren und zusammen mit dem WeimarStadtOrchester und der Band BED ROCK FIVE aufführen.

Schon diese Beispiele zeigen, dass die Planung und Durchführung unserer Kunst- und Kulturtage im Thüringer Justizvollzug viel Kraft und Energie erfordern. Doch sie bieten nun bereits zum sechsten Mal Raum zur kreativen Entfaltung und Abwechslung im Vollzugsalltag. Das Programm in diesem Jahr verspricht wieder einen gelungenen Mix aus Mitmach- und Publikumsveranstaltungen, in die es sich auf jeden Fall lohnen dürfte, hineinzuschnuppern.

Ich freue mich, dass sich die Beschäftigung mit Kunst und Kultur inzwischen nicht nur anlässlich der Kunst- und Kulturtage gegenüber der sportlichen Freizeitbetätigung im Justizvollzug behauptet. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, zahlreiche laufende kulturelle Angebote zu unterbreiten und stete Kooperationen mit externen Partnerinnen und Partnern, wie zum Beispiel der Kreisbibliothek Greiz, aufzubauen. Dies zeigte jüngst auch ein Konzert unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Bodo Ramelow, welches am 8. Juli in der Jugendstrafanstalt Arnstadt im Rahmen des Thüringer Orgelsommers stattfand und ein großes Publikum aus Musikliebhaberinnen und Musikliebhabern, Vollzugsbediensteten und Inhaftierten begeisterte.

Die Beschäftigung mit Kunst und Kultur ist zudem ein wesentlicher Baustein des behandlerischen Ansatzes im Justizvollzug und damit in der Umsetzung unseres Justizvollzugsgesetzbuches. Und Kunst ist ebenso ein wichtiger Kanal für Kommunikation. Mithilfe der Kunst beschäftigen wir uns mit dem Wir, Woher oder Wohin. Das sind Fragen, die auch bei der Straftatauseinandersetzung eine wichtige Rolle spielen. Sich mittels Kunst und ihrer Darstellungsformen möglichen Antworten zu nähern oder den eigenen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu geben, ist auch im Thüringer Justizvollzug ein wichtiges Ziel. Das Gestalten mit Farben, Ton, Textilien und anderen Materialien, das Musizieren ermöglicht eine Sprache jenseits der Worte und eröffnet Freiräume, um andere Seiten an sich kennenzulernen und zu zeigen. Persönliche Ressourcen können entdeckt und andere Blickwinkel eingenommen werden. Die selbstbestimmten, ergebnisoffenen Gestaltungsprozesse verfeinern die Wahrnehmungsfähigkeit, befähigen zur Selbstverantwortung, können innere Spannungen und Druck abbauen. Nicht zuletzt stärkt die Freude über gelungene Werke das Selbstwertgefühl.

Ich wünsche den diesjährigen Kunst- und Kulturtagen im Thüringer Justizvollzug ein gutes Gelingen und wieder eine rege Beteiligung an den vielfältigen Angeboten. Schon jetzt möchte ich herzlich allen Anstaltsleitungen und Vollzugsbediensteten danken, die mit viel Engagement und Kreativität das diesjährige Programm geplant haben und für die Durchführung der einzelnen Veranstaltungen sorgen werden. Ich würde mich freuen, wenn die Publikumsveranstaltungen auch das Interesse im Kollegenkreis des Justizvollzuges fänden.

Dieter Lauinger

Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz

6. KKT Programm 2016 (28.7 MB)
Hier finden Sie neben Vorworten des Thüringer Ministers für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Dieter Lauinger, und eines Inhaftierten und eines inzwischen entlassenen Gefangenen die Programme sämtlicher Justizvollzugseinrichtungen, Rückblicke und Einblicke in die Kunst- und Kulturarbeit des Thüringer Justizvollzuges.
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