Gehobener Vollzugs- und Verwaltungsdienst

Beamte und Beamtinnen im gehobenen Justizvollzugsdienst stellen den ordnungsgemäßen Dienstbetrieb einer Justizvollzugsanstalt sicher und übernehmen dabei gehobene Verwaltungsaufgaben und Führungspositionen. Sie können außerdem im Justizministerium beschäftigt sein. Die Ausbildung erfolgt als Studium.

Arbeitsbereiche und Aufgaben

Im Personalwesen entscheiden sie beispielsweise über Personaleinstellungen und erarbeiten Dienstpläne.

In der Arbeitsverwaltung beschaffen sie u.a. Arbeit für die Gefangenen und überprüfen die Wirtschaftlichkeit der Arbeitsbetriebe, in denen die Gefangenen beschäftigt sind.

Als Leiter/innen der Wirtschaftsverwaltung stellen sie die Versorgung einer Justizvollzugsanstalt mit Verpflegung und anderen Bedarfsgütern sicher. In der Vollzugsgeschäftsstelle überprüfen sie u.a. Strafzeitberechnungen.

Innerhalb der Bauverwaltung sind sie für die Verwaltung der Anstaltsgebäude und Dienstwohnungen sowie für Bau- und Renovierungsmaßnahmen verantwortlich.

Im Sicherheits- und Ordnungsdienst obliegt ihnen die Sicherheitsüberwachung des gesamten Dienstbetriebes. Dabei führen sie auch selbst Kontrollen durch.

Als Leiter/innen einer Vollzugsabteilung planen und organisieren sie die Betreuung der Gefangenen.

Als Verwaltungsdienstleiter/innen in der Hauptverwaltung einer Justizvollzugsanstalt sind sie für Haushalts, Kassen, Organisations- und Personalangelegenheiten zuständig und überwachen die Arbeits- und Wirtschaftsverwaltung. Dabei leiten und koordinieren sie die gesamte Verwaltungsarbeit einer Justizvollzugsanstalt.

Voraussetzungen

Für die Zulassung zum Studium wird in der Regel die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss vorausgesetzt.

Darüber hinaus müssen die Bewerber/innen die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und ein Auswahlverfahren absolvieren. Außerdem dürfen in einzelnen Bundesländern bestehende Höchstaltersgrenzen nicht überschritten werden.

Inhalte des Studiums

Das praxisbezogene, fachwissenschaftliche Studium umfasst wirtschaftswissenschaftliche, juristische, psychologische und soziologische Studieninhalte, die während der fachpraktischen Studienabschnitte in konkreten, praxisbezogenen Tätigkeiten umgesetzt werden.

Der fachwissenschaftliche Teil besteht aus Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen, z.B. in folgenden Fächern:

  • Vollzugsverwaltung
  • Straf- und Strafprozessrecht
  • Kriminologie
  • Psychologie

Der fachpraktische Studienteil in den Ausbildungsbehörden umfasst u.a. folgende Themen:

  • Versorgung
  • Haushalt / Rechnungswesen
  • Vollzugsabteilung
  • Personalverwaltung

Das Studium erfolgt in einem drei Jahre dauernden Vorbereitungsdienst, der sich in folgende Abschnitte gliedert:

1. Praktische Einführung: 1 Monat (Einführung in das Berufsbild, Aufbau einer Justizvollzugseinrichtung)

2. Fachwissenschaftliches Studium - 1. Teil: 8 Monate
3. Fachpraktisches Studium - 1. Teil: 8 Monate

4. Fachwissenschaftliches Studium - 2. Teil: 7 Monate
5. Fachpraktisches Studium - 2. Teil: 9 Monate

6. Fachwissenschaftliches Studium - 3. Teil: 3 Monat

Ausbildungsstätte für den Theorieteil ist die Fachhochschule für Rechtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel. Die Praxisteile erfolgen in einer Justizvollzugsanstalt oder in einer Jugendstrafanstalt.

Persönliche Anforderungen

Die Tätigkeit im Gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienst erfordert Verantwortungsbewusstsein, umfassende Rechts- und Fachkenntnisse, Urteilskraft, logisches Denkvermögen, soziales Verständnis und organisatorisches Geschick.

Laufbahn und Besoldung

Der/die Beamte im gehobenen allgemeinen Vollzugsdienst beginnt mit der Besoldungsgruppe A 9 und kann unter Berücksichtigung des Leistungsgrundsatzes, regelmäßiger Fortbildungen und der vorhandenen Planstellen die Besoldungsgruppe A 13 erreichen. Darüber hinaus werden ver­mögenswirksamen Leistungen gezahlt.

Bewerbung

Die Justizverwaltung Thüringen stellt in Ausbildungsjahren in der Regel bei entsprechendem Personalbedarf zum 1. August eines jeden Jahres Anwärter/-innen für die Laufbahn des gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienstes ein.

Voraussetzungen sind:

  • Sie erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis,
  • Sie haben am Einstellungstag das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet; die Einstellung Schwerbehinderter ist bis zu einem Höchstalter von 40 Jahren zulässig; der Höchstaltersgrenze ist bei Bewerbern, die wegen Betreuung mindestens eines mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft lebenden Kindes unter 18 Jahren von einer Bewerbung um Einstellung vor Vollendung des 27. Lebensjahres abgesehen haben, je Kind ein Zeitraum von drei Jahren bis zu einem Höchstalter von 40 Jahren hinzuzurechnen; unter den gleichen Voraussetzungen ist auch die tatsächliche Pflege eines nach ärztlichen Gutachten pflegebedürftigen nahen Angehörigen zu berücksichtigen; die Höchstaltersgrenzen gelten nicht für Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheines und in den Fällen des § 7 Abs.6 Soldatenversorgungsgesetz,
  • Sie besitzen eine zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen anderen, als gleichwertig anerkannten Bildungsstand (z. B. gerne ein abgeschlossenes Fachstudium),
  • Sie erscheinen körperlich, geistig und charakterlich für den gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienst geeignet.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an das:

Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz
Werner-Seelenbinder-Straße 5
99096 Erfurt

Der Bewerbung sind zunächst nur ein handgeschriebener Lebenslauf, ein aktuelles Lichtbild und eine Abschrift des letzten Schulzeugnisses beizufügen.

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