Justizvollzugsanstalten

Jugendstrafanstalt Arnstadt
Jugendstrafanstalt Arnstadt

Allgemein

Der Justizvollzug ist zuständig für den Vollzug der Freiheitsstrafen an Erwachsenen und Jugendlichen und für den Vollzug der Untersuchungshaft. Die Aufgaben des Justizvollzugs sind im Strafvollzugsgesetz, im Jugendstrafvollzugsgesetz und im Untersuchungshaftvollzugsgesetz definiert.

Strafvollzug ist immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaftsordnung, ist abhängig vom Zeitgeist und Ausdruck der Achtung der Menschenwürde. Neben dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten kommt deshalb in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft dem im Strafvollzugsgesetz definierten Vollzugsziel der Resozialisierung eine besondere Bedeutung zu. Die Gefangenen sollen befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Damit ist die Resozialisierung nicht nur einfach ein rechtliches Vollzugsziel, sondern die Konkretisierung des Gebots in Artikel 1 Abs. 1 Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

Standorte

Thüringen verfügt derzeit über fünf Justizvollzugsanstalten. Die Standorte befinden sich in:

Gera

Hohenleuben

Suhl-Goldlauter

Tonna und

Untermaßfeld.

Die Jugendstrafanstalt Arnstadt sowie die Jugendarrestanstalt Arnstadt sind im Juli 2014 nach Arnstadt umgezogen.

JVA-Neubau gemeinsam mit Sachsen

Darüber hinaus wird nach den derzeitigen Planungen des Thüringer und des Sächsischen Justizministeriums in Zwickau-Marienthal eine neue Anstalt für den Erwachsenenvollzug gebaut. Diese gemeinsame Justizvollzugsanstalt wird den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und die beiden nicht mehr zeitgemäßen Anstalten in Hohenleuben und Gera ersetzen. Die Zahl der Mehrfachbelegungen in Gefängnissen ist in Thüringen besonders hoch. Hafträume, die mit bis zu 6 Gefangenen belegt sind, erlauben keine vernünftige Resozialisierung. Dieser Zustand soll durch den Neubau geändert werden. Mit dieser neuen Anstalt wird Thüringen über eine komplett moderne Vollzugslandschaft verfügen, die langfristig (z. B. hinsichtlich Entwicklung der Gefangenenzahlen, Differenzierungsmöglichkeiten) trägt.

Vollzugsgrundsätze

Die Vollzugsgrundsätze sind im Strafvollzugsgesetz geregelt:

  1. Nach dem Angleichungsgrundsatz sollen die Verhältnisse innerhalb der JVA so weit es geht den Verhältnissen der Außenwelt angenähert sein, etwa durch Arbeit, Freizeit, Bildung und berufliche Qualifizierung.
  2. Nach dem Gegensteuerungsgrundsatz ist den schädlichen Folgen der Haft entgegenzuwirken, beispielsweise durch Besuche oder Vollzugslockerungen wie Ausgang, Freigang und Urlaub.
  3. Nach dem Wiedereingliederungsgrundsatz soll der Gefangene auf sein Leben nach der Haft vorbereitet werden, etwa durch Urlaub zur Entlassungsvorbereitung, Vorverlegung des Entlassungszeitpunktes, Hilfe zur Entlassung sowie Entlassungsbeihilfe.
Bei der Erfüllung des Vollzugsziels kommt einer geregelten Arbeit, aber auch der beruflichen Aus- oder Weiterbildung, entscheidende Bedeutung zu. Die Gefangenen in den Thüringer Haftanstalten arbeiten in Eigenbetrieben der Anstalten (z. B. Druckerei, Bäckerei oder Wäscherei), in Unternehmerbetrieben, die innerhalb der Anstalten eingerichtet sind oder in geeigneten Fällen als Freigänger.
 
Viele Gefangene – insbesondere im Jugendstrafvollzug - verfügen über keine oder keine abgeschlossene Berufsausbildung. In Thüringen stellt daher die schulische und berufliche Qualifizierung der jungen Gefangenen einen Schwerpunkt der Resozialisierungsbemühungen dar. Projekte der beruflichen Qualifizierung zur Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit von bildungsarmen Gefangenen können durch den europäischen Sozialfonds gefördert werden.

Europäischer Sozialfonds ESF-Förderung im Thüringer Justizvollzug

Übergangsmanagement - wichtiges Instrument zur Wiedereingliederung

Der Strafvollzug endet für die Gefangenen mit der Entlassung. Zur Entlassungsvorbereitung können zusätzliche Ausführungen, Ausgänge und Urlaube sowie Hilfen zur Vorstellung bei Arbeitgebern, zur Wohnungssuche etc. gegeben werden. Als Entlassungszeitpunkt ist neben der Vollverbüßung unter bestimmten Voraussetzungen auch eine vorzeitige Entlassung zum Halbstrafenzeitpunkt, zum Zwei-Drittel-Zeitpunkt sowie in sehr seltenen Fällen auf dem Wege des Gnadenersuchens möglich.

Maschine in der Tischlerei Tonna Thüringer Justizvollzug
Allgemeine Informationen, z.B. Produkte der Eigen- und Unternehmerbetriebe, Berufsbilder im Justizvollzug sowie Ausschreibungen

Justizvollzugsbildungsstätte Gotha

Bahnhofstraße 12, 99867 Gotha

Tel.: 036 21 / 23 20 0
Fax: 036 21 / 23 20 534
 

Poststelle.JVS{at}bzgth.thueringen{punkt}de

 

 

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein Logo ThueringenJahr 11. Integrationsministerkonferenz 2016 in Erfurt Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen