10.01.2017
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 006/2016

Jahresbericht 2016 zur Lage auf dem Thüringer Arbeitsmarkt vorgestellt

Arbeitsministerin Heike Werner: „Arbeitsmarktpolitik der Landesregierung zahlt sich aus“

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE) hat heute im Kabinett den Bericht zur Lage des Arbeitsmarktes in Thüringen im Jahr 2016 vorgestellt.

„Das Jahr 2016 war für den Thüringer Arbeitsmarkt ein gutes Jahr!“, bilanzierte die Ministerin einleitend. Neben der guten Wirtschaftsentwicklung habe die Arbeitsmarktpolitik des Landes zu einer sehr positiven Entwicklung beigetragen. Das werde durch die bisher niedrigste Arbeitslosenquote in Thüringen illustriert, die 2016 bei 6,7 Prozent lag. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten seien im Jahresdurchschnitt 2016 einstellige Arbeitslosenquoten zu verzeichnen gewesen. Thüringen behaupte damit nicht nur im ostdeutschen Vergleich seinen vorderen Rang bei der Arbeitsmarktentwicklung, sondern liege vor vielen westdeutschen Ländern, so die Arbeitsministerin. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liege in Thüringen bei über 800.000, im Jahresvergleich sei ein Zuwachs von etwa 5.000 Beschäftigten erzielt worden.

Detailliert ging Werner auf den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit ein. Hier erweise sich die Landesstrategie einer Mischung aus direkter Hilfe und Verbesserung der lokalen Infrastruktur besonders erfolgreich. Die aus einer hohen Langzeitarbeitslosigkeit resultierende strukturelle Schieflage, die für den Arbeitsmarkt in Thüringen lange Zeit kennzeichnend gewesen sei, habe 2016 weiter abgenommen. „Mit den speziellen Förderprogrammen, die die Landesregierung seit dem Regierungsantritt von Rot-Rot-Grün aufgelegt hat, wurden entscheidende Weichen gestellt“, betonte die Ministerin. Im Jahr 2016 sei die Landesförderung zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit insgesamt mehr als 6.000 Personen zu Gute gekommen, in Form von Beratung, Vermittlung und Beschäftigung.

Auch die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit beuge Langzeitarbeitslosigkeit vor, erläuterte Werner. Integration schaffe für die Betroffenen Perspektiven und unterstütze die Wirtschaft bei der Gewinnung von Fachkräften, so die Ministerin weiter.

Dennoch seien auch zukünftig kontinuierliche Anstrengungen insbesondere zum weiteren Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit nötig. Deren Anteil an den erwerbslosen Menschen sei mit rund 38 Prozent immer noch hoch. Das Arbeitsministerium werde seine Förderprogramme deshalb auch zukünftig weiterführen. Im Rahmen des Programms „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit“ werde die Zahl der Geförderten im Jahr 2017 auf mindestens 1.000 ansteigen, kündigte Werner an. Das ermögliche nicht nur Betroffenen die Teilhabe am Erwerbsleben, sondern stärke auch die soziale Infrastruktur in Thüringen.

Im Überblick:
- Der Arbeitsmarkt in Thüringen zeigte sich stabil. Im Jahr 2016 wurden die bisher niedrigsten Jahresdurchschnittswerte der Arbeitslosigkeit ausgewiesen. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,7 % (Vorjahr 7,4 %), die Zahl der Arbeitslosen bei 77.215 Personen (im Vorjahr 85.212). Gegenüber 2015 sank die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit somit um fast 8.000 Personen bzw. um 9,4 Prozent. Der Anteil von Frauen an den Arbeitslosen betrug 45,2 %.
- Im Jahresdurchschnitt 2016 weisen alle Kreise und kreisfreien Städte eine einstellige Arbeitslosenquote auf.
- Thüringen lag im Jahresdurchschnitt 2016 weiterhin deutlich unter der Quote der ostdeutschen Länder (8,5 %). Der Freistaat belegte Platz 7 des bundesweiten Rankings. Zum bundesdeutschen Durchschnitt besteht nur noch ein Abstand von 0,6 Prozentpunkten.
- Bis auf die ausländischen Arbeitslosen, bedingt durch den Übergang von geflüchteten Menschen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in das Sozialgesetzbuch (SGB) II und damit auch in die Arbeitslosenstatistik, profitieren alle Personen- und Altersgruppen von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Zu den Monatswerten im Dezember 2016:
- Die Arbeitslosigkeit in Thüringen ist im Vergleich zum Vormonat aus jahreszeitlichen Gründen angestiegen (plus 2.200 Personen). Betroffen waren vorwiegend Männer (plus 2.130 Personen), da diese einen höheren Beschäftigungsanteil in den Außenberufen haben als die Frauen.
- Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 % (71.600 Arbeitslose). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde mit ca. minus 8.300 Personen ein deutlicher Rückgang der Zahl der Arbeitslosen erreicht (minus 10,4 %).
- Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist im Vergleich zu Dezember 2015 merklich angestiegen (plus 1.840 Personen bzw. plus 41,2 %). Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag beim SGB III bei 4,6 %, beim SGB II bei 10,7 %.
- Bei den älteren Arbeitslosen (50+) und bei den Langzeitarbeitslosen sind im jeweiligen Vorjahresvergleich höhere prozentuale Rückgänge zu verzeichnen als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt (Ältere minus 12,4 %, Langzeitarbeitslose minus 12,1 %).
- Thüringen hat mit 69,1 % unter den ostdeutschen Bundesländern den geringsten Anteil von Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II (Durchschnitt Ost: 74, 8 %).
- - Bei insgesamt positiver Entwicklung ist der Anteil von bestimmten Personengruppen an allen Arbeitslosen immer noch hoch: er liegt für Arbeitslose über 50 Jahre bei 41,0 %, für Langzeitarbeitslose, deren Anzahl kontinuierlich sinkt, bei immer noch 35,9 %. Seit November 2016 ist der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen höher als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt.
- Im regionalen Vergleich der Arbeitslosenquote zeigt sich weiterhin eine starke Differenzierung. Die Spreizung reicht von 3,5 % im Kreis Sonneberg bis 9,8 % in der Stadt Gera.
- Im Oktober 2016 (aktuellste Daten) gab es in Thüringen 801.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftige (rund 4.900 mehr als im Vorjahr). Angestiegen ist deren Anzahl vor allem in den Bereichen Heime und Sozialwesen (plus 3.000 Personen), Erziehung und Unterricht (plus 1.600) sowie im Gesundheitswesen (plus 900). Rückgänge gab es vor allem in der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (minus 1.200 Personen) und in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (minus 800).
- Aktuell sind bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern rund 21.300 Stellen im Bestand.

Ausblick 2017:
- Nach der Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist auch für 2017 von einer positiven Entwicklung des Thüringer Arbeitsmarktes auszugehen. Trotz eines weiteren Zugangs geflüchteter Menschen wird die Arbeitslosigkeit sinken und die Beschäftigung steigen.
- Das IAB geht für 2017 von einem Mittelwert von 802.400 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen in Thüringen und damit von einer weiteren Steigerung im Vergleich zu 2016 aus.
- Das Thüringer Arbeitsministerium erwartet 2017 eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 74.000 Personen im Freistaat (minus 4 % zum Vorjahr).

10.01.2017

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen