Krankenhausplanung

Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar
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7. Thüringer Krankenhausplan

Weichen gestellt für bürgernahe Krankenhausversorgung bis ins Jahr 2022

Der siebte Thüringer Krankenhausplan wurde am 20. Dezember 2016 vom Thüringer Kabinett verabschiedet. Der Plan ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten und regelt die stationäre medizinische Versorgung in Thüringen für die kommenden sechs Jahre.

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), sieht im neuen Krankenhausplan eine wichtige Grundlage für die bürgernahe Krankenhausversorgung: „Wir halten Wort: Alle Krankenhäuser bleiben erhalten. Damit haben alle Bürgerinnen und Bürger in Thüringen weiterhin kurze Wege ins Krankenhaus.“

Ministerin Werner unterstrich, dass der Plan auch neue Qualitätsanforderungen an Krankenhäuser stelle. Zusammen mit der bereits im vergangenen Monat verabschiedeten Rechtsverordnung stärke der neue Krankhausplan daher auch die Qualität der stationären Versorgung. Mit dem Plan und der Verordnung verfügten die Krankenhäuser nach den Worten von Werner über einen verlässlichen Rahmen, an dem sie ihre weitere Entwicklung ausrichten könnten.

Der Krankenhausplan und die dazugehörige Verordnung ist Resultat eines intensiven Diskussionsprozesses im Krankenhausplanungsausschuss des Landes, an dem die Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen und weitere Akteure beteiligt waren.

Demografischer Entwicklung gerecht werden

Die Herausforderung für die neue Krankenhausplanung bestand vor allem darin, die stationäre medizinische Versorgung an die sinkendende Zahl der Thüringer Bevölkerung und das steigende Lebensalter der Menschen anzupassen. Um dies zu erreichen, wurde dem Krankenhausplan eine Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2022 sowie Gutachten zur Bedarfsentwicklung in den jeweiligen medizinischen Fächern und zum medizinischen Fortschritt zugrunde gelegt.

Im Ergebnis hat das Thüringer Gesundheitsministerium für jede medizinische Fachrichtung jedes Krankenhauses ein Bedarf in Form einer Planbettenzahl für das Jahr 2022 prognostiziert.

Für die kommenden Jahre wird eine annähernd gleiche Auslastung der Thüringer Krankenhäuser erwartet. Gab es im Jahr 2015 in Thüringen insgesamt 14.232 Planbetten, so werden für das Jahr 2017 14.082 Betten und für das Jahr 2022 14.277 Betten erwartet.

Dem sinkendem Bedarf in einigen Fächern – dazu gehören unter anderem Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren, Kinderheilkunde und Kinderchirurgie -  steht ein steigender Bedarf in der Geriatrie, der Intensivmedizin, der Neurologie und weiteren Fachgebieten gegenüber.

Insbesondere im Bereich der Altersmedizin zeichnet sich für die kommenden Jahre ein deutlicher Mehrbedarf ab. In der Planungsregion Mittelthüringen werden die bestehenden Kapazitäten nicht ausreichen. Und in der Region Südwestthüringen ist die wohnortnahe Versorgung nicht für alle Gebiete gleich gut gewährleistet. Deshalb hat das Gesundheitsministerium der Einrichtung geriatrischer Abteilungen im Klinikum Hildburghausen (20 Planbetten) und im Klinikum Weimar (35 Planbetten) zugestimmt.

Über alle weiteren der über 100 Anträge der Krankenhäuser auf Einrichtung neuer Fachabteilungen, darunter insgesamt 17 für den Bereich der Altersmedizin, wird das Gesundheitsministerium in den kommenden Wochen nach Anhörung der Krankenhäuser entscheiden. Die Krankenhäuser haben in den Anhörungen die Möglichkeit, darzulegen, wie sie den Anforderungen der Verordnung und des Krankenhausplanes nachkommen wollen.

Empfehlungen zur Qualitätssicherung festgeschrieben

Neben der Bettenplanung enthält der Plan konkrete Hinweise zur Qualitätssicherung der Krankenhäuser. So gibt es etwa umfangreiche Empfehlungen zur technischen und personellen Ausstattung von Krankenhäusern bei der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Ähnliches gilt für die Versorgung von Patienten mit Demenz und Delir (Verwirrtheitszustand). Hier werden unter anderem Empfehlungen für ein obligatorisches Screening bei der Aufnahme ins Krankenhaus sowie für die Schulung und Fortbildung des Personals ausgesprochen.

Erstmals wird im Plan auch die Palliativmedizin als eigenständige Fachrichtung ausgewiesen. Das spiegelt die wachsende Bedeutung der Schmerztherapie in der stationären Versorgung wider.

Zu den Empfehlungen gehören etwa die Organisation der Palliativversorgung in eigenständigen Abteilungen, die Unterbringung der Patientinnen und Patienten in Einzelzimmern sowie die Möglichkeit für Angehörige, im Krankenhaus zu übernachten. Diese und weitere Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Qualität der Palliativversorgung in Thüringen zu verbessern.

Der Plan ist daraufhin ausgelegt, den Krankenhäusern trotz klarer Leitplanken eine größtmögliche Flexibilität zu ermöglichen. So wird im Unterschied zu den vorangehenden Krankenhausplänen für die einzelnen Häuser nur noch eine Gesamtplanbettenzahl ausgewiesen. Auf diese Weise können die Krankenhäuser zukünftig selbst entscheiden, wie sie die Kapazitäten auf die Fachabteilungen verteilen. Das ermöglicht eine höhere Flexibilität, die wiederum eine höhere Auslastung möglich macht. Lediglich für die psychiatrischen und pädiatrischen Fächer sowie die Intensivmedizin werden verbindliche Planbettenzahlen ausgewiesen.

Zusätzlich haben die Krankenhäuser die Möglichkeit, ihr medizinisches Versorgungsangebot im Rahmen der so genannten Nachplanung an neue Erfordernisse anzupassen. Die Nachplanung erfolgt durch das Gesundheitsministerium alle zwei Jahre, das erste Mal im Jahr 2018.

7. Thüringer Krankenhausplan (1.3 MB)
Stand: 26. Januar 2017
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Verordnung über Qualitäts- und Strukturanforderungen im Krankenhauswesen (295.2 kB)
Stand: 7. Dezember 2016
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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