Medieninformation

Bienenfresser (Merops apiaster)
ein Exot zur Pflege in der Vogelschutzwarte Seebach

Erstmalig wurde ein Bienenfresser in der Vogelschutzwarte Seebach (VSW) abgegeben. Der exotische Vogel wurde von einem aufmerksamen Besucher im Russischen Garten auf Schloss Belvedere in Weimar mit einer Flügelverletzung am Boden hockend aufgefunden.

Die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde in Weimar nahmen sich des verletzten Tieres an und übergaben den Bienenfresser der Vogelschutzwarte Seebach zur Pflege. Eine tierärztliche Untersuchung konnte einen Knochenbruch ausschließen, so dass Chancen auf Heilung und auf eine Wiederauswilderung bestehen.

Der Bienenfresser - sein wissenschaftlicher Name lautet Meros apiaster – gilt in Thüringen als extrem selten, steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Thüringens und ist mit derzeit 750 – 800 Brutpaaren deutschlandweit eine streng geschützte Vogelart.

Seit 2007 werden jährlich in Thüringen Bienenfresserbruten nachgewiesen. Die bisher höchste Anzahl brütender Bienenfresser wurde mit 8 Brutpaaren im Jahr 2011 festgestellt. 2015 waren es 5 Bruten.

Die Bienenfresser siedeln in Kleinkolonien vorzugsweise in klimatisch begünstigten Regionen in Ostthüringen. Während der Zugzeiten in den Monaten Mai bis Mitte Juni (Frühjahrszug) und Ende August bis Mitte Oktober (Herbstzug) überfliegen Durchzügler auch Mittel- und Westthüringen. Anhand ausgewerteter Beringungsdaten ist nachgewiesen, dass Bienenfresser mehr als 1600 km zwischen Brutplatz und ihren Winterquartieren in die Trocken- und Feuchtsavannen Afrikas zurücklegen können.

Der Exotisch anmutende Vogel gehört somit zu den Langstreckenziehern. Nach anderen Beringungsergebnissen stehen die Thüringer Brutplätze mit Bienenfresserbruten in Sachsen-Anhalt in Verbindung, welche sich dort bereits ab 1990 als Brutvögel etablierten.

Zugabläufe, die mittels Geolokatoren verfolgt wurden, deuten darauf hin, dass die deutschen Bienenfresser zu den Westziehern gehören. Die Besiedlung Deutschlands erfolgt von Italien aus. Die Einflüge stehen in engem Zusammenhang mit Warmphasen.

Nach Angaben des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kann davon ausgegangen werden, dass sich wärmeliebende Arten wie Wiedehopf, Zwergohreule und auch der Bienenfresser aufgrund der klimatischen Veränderungen weiter nordwärts ausbreiten und gegen Ende des 21 Jahrhundert in weiten Teilen Deutschlands vorkommen.

Weitere Informationen
Ein Bienenfresser wiegt bis zu 78 g, erreicht eine Körpergröße von bis zu 29 cm und eine Flügelspannweite von bis zu 49 cm. Die Geschlechter sind vom Aussehen weitgehend gleich. Mit seinem langen, spitzen, abwärtsgebogenem Schnabel fängt der farbenprächtige Luftjäger von einer Warte aus problemlos Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen, Mai- und Rosenkäfer sowie Schmetterlinge.
Lebensraum sind nur die wärmsten Tieflagen der Kulturlandschaft. Die Art ist bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. In selbstgegrabenen Erdhöhlen in Prallhängen oder Steilufern werden 5 -7 rundlich, weiß glänzende Eier binnen drei Wochen von beiden Elterntieren ausgebrütet. Nach zirka 25 Tagen verlassen die Jungvögel bereits die Bruthöhle, werden aber noch bis zu 3 Wochen von den Altvögeln weiter gefüttert. Brutpaare werden häufig von Nichtbrütern als Aufzuchthelfer begleitet.

27.09.2017

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Bienenfresser01

 

 

Der Bienenfresser  - Meros apiaster – gilt in Thüringen als extrem selten.
Die Art  steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Thüringens. Derzeit brüten in ganz Deutschland 750 – 800 Paare dieser streng geschützten Vogelart.

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