10 Leitlinien zur Umsetzung der Agenda 21 in Thüringen

English version

  1. Die Landesregierung fordert die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat Thüringen auf und ermutigt sie, an der Verwirklichung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung in ihrem Lebensumfeld mitzuwirken und sich dabei am zentralen Motto der Agenda 21 zu orientieren:

     
  2. Die Thüringer Landesregierung bekennt sich zum Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 mit dem Ziel der Chancengleichheit aller Menschen zur gleichgewichtigen Erfüllung ihrer ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnisse sowie mit dem Ziel eines Gleichgewichts der Chancen zwischen heutigen und künftigen Generationen.

     
  3. Bei der Entwicklung lokaler oder regionaler Leitbilder kommt es darauf an, die Einhaltung zentraler Verfahrensregeln für den Umgang mit Umwelt, Wirtschaft und Sozialem anzustreben.
    • Für eine nachhaltige Entwicklung der Umwelt sollen erneuerbare Ressourcen (Güter, Rohstoffe, Aufnahmekapazitäten der Umwelt) nichterneuerbare Ressourcen zunehmend ersetzen. Dies darf jedoch nur insoweit geschehen, wie sich diese Ressourcen in angemessener Zeit tatsächlich erneuern. Belastungen der Umwelt sollen weitestgehend vermieden werden und mindestens auf ein Maß verringert werden, das die Leistungsfähigkeit und Tragkraft der Umwelt auf Dauer nicht einschränkt. Darüber hinaus sollen alle Ressourcen möglichst lange, intensiv und effizient genutzt werden, um die Belastung der Umwelt zu minimieren.
       
    • Für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft sollen der Eigenverantwortung der Unternehmen, persönlichen Initiativen und Innovationen Spielräume eröffnet werden. Diese Spielräume sind so zu gestalten, dass ihre Ausfüllung das Gemeinwohl und den Strukturwandel mit dem Ziel der Sicherung einer dauerhaften Leistungsfähigkeit oder Tragkraft von Gesellschaft und Umwelt fördert. Ressourcenpreise sollen deren langfristige Verfügbarkeit widerspiegeln. Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist fortzusetzen, eine Neuverschuldung soll vorrangig für Investitionen erfolgen, die der nachhaltigen Entwicklung in Thüringen dienen.
       
    • Für eine nachhaltige Entwicklung im sozialen Bereich soll jeder entsprechend seiner Leistungsfähigkeit einen Beitrag für die Gesellschaft und ihre sozialen Sicherungssysteme leisten. Dies erfordert parallel eine Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme mit dem Ziel, die dauerhafte Leistungsfähigkeit und Tragkraft von Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Der Förderung der Beschäftigung als Grundlage für die Teilhabe an der solidarischen Gesellschaft kommt dabei besondere Bedeutung zu.

    Die Landesregierung sieht es als ihre Aufgabe an, diese Verfahrensregeln im Dialog mit Bürgern und gesellschaftlichen Gruppen kontinuierlich für Thüringen weiterzuentwickeln.

     
  4. Nachhaltige Entwicklung bedingt einen auf Dauer angelegten Prozess und ist offen für neue Erkenntnisse und Entwicklungen. Um ihn umsetzbar zu machen, ist er auch institutionell und organisatorisch nachhaltig zu gestalten. Das erfordert insbesondere eine frühzeitige Klärung der Kompetenz und Legitimation von Agenda 21-Foren und -Arbeitskreisen im Verhältnis zum Stadt- und Gemeinderat bzw. Kreistag.

     
  5. Grundlage für einen erfolgversprechenden Agenda 21-Prozeß ist eine breite engagierte Mitwirkung möglichst vieler Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen, Verbänden und Politik sowie vor allem von nichtorganisierten Bürgern. Neben der Ableitung von kommunalen Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung in Gemeinde, Stadt oder Landkreis kommt der Erarbeitung von konkreten Maßnahmeprogrammen und der Realisierung von Projektbeispielen zentrale Bedeutung zu.

     
  6. Vorrangige Handlungsfelder zur Umsetzung der Agenda 21 in Thüringen sind die Themenschwerpunkte Flächenverbrauch, Klimaschutz und Energie, Mobilität, regionale und nachhaltige Wirtschaft, Arbeit und Soziales, nachhaltiger Konsum, Dialog der Generationen, Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung, Bürgerbeteiligung und kommunale Entwicklungszusammenarbeit

     
  7. Die Landesregierung begrüßt und unterstützt die zahlreichen Aktivitäten zur Umsetzung der Agenda 21 ausdrücklich. Sie sieht darin die von lokaler fachlicher Kompetenz und haupt- wie ehrenamtlichem Engagement getragene Chance, im gemeinsamen Dialog zu einer nachhaltigen Entwicklung zu gelangen. Sie legt dabei Wert auf die Erhaltung individueller und lokaler Gestaltungsspielräume im Bewusstsein, dass diese ihre Realisierung im kommunalen Handeln erfahren.

     
  8. Zur Unterstützung der Aktivitäten ergreift die Landesregierung insbesondere Initiativen für a) die Verbesserung der Qualifikation der Akteure in Agenda 21-Prozessen, b) den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Agenda 21-Prozessen sowie c) die Erarbeitung Lokaler Agenden 21 auf kommunaler oder regionaler Ebene.

     
  9. Die Landesregierung strebt in ihrer gesamtpolitischen Verantwortung einen landesweiten Dialog zur nachhaltigen Entwicklung an. Dieser Dialog soll auf die Entwicklung von Indikatoren und Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung in Thüringen konzentriert werden.

     
  10. Die Landesregierung fordert die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat Thüringen auf und ermutigt sie, an der Verwirklichung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung in ihrem Lebensumfeld mitzuwirken und sich dabei am zentralen Motto der Agenda 21 zu orientieren:



Global Denken – Lokal Handeln


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10 Guidelines for Implementing the Agenda 21 in Thuringia

  1. The Free State of Thuringia is striving to initiate a sustained development in the spirit of the Agenda 21. In doing so, the Thuringian Government supports above all the basic idea of acting locally with a global responsibility.

     
  2. The Thuringian Government embraces the ideal of a sustained development in the spirit of the Agenda 21 with the aim of achieving equal opportunities for all people in satisfying their ecological, economic and social needs in a well balanced manner as well as with the aim of achieving a balance between the chances of today’s and future generations.

     
  3. In developing local or regional models, it is important to strive for adherence to the central procedural rules in treating the environment, the economy and social affairs.
    • A sustained development of the environment is to be based on the replacement of non-renewable resources by renewable resources (goods, raw materials, acceptance capacity of the environment). This, however, may only be conducted in so far as these resources can actually be renewed within an appropriate period of time. Burdens on the environment should be avoided in as far as this is possible and at least be reduced to a measure which does not limit the efficiency and bearing capacity of the environment permanently. Furthermore, all resources should be used intensively and efficiently for the longest possible period of time, in order to minimize the burden on the environment.
       
    • A sustained development of the economy should be made possible by opening up scope for companies to take on own responsibility, for personal initiative and innovations. This scope is to be designed in such a way that availing of it will promote the common good and structural change aimed at securing lasting efficiency or bearing capacity of society and the environment. The price of resources should reflect their long-term availability. The consolidation of the public budgets has to be continued and any new debt should be geared primarily to investments serving the sustained development of Thuringia.
       
    • A sustained development in the social field is to be brought about by everyone contributing to society and its social securing systems according to his capability. At the same time, this requires a further development of the social securing systems with the aim of promoting permanent efficiency and the bearing capacity both of the economy and society. Special attention shall be attached to the promotion of employment as the basis of participating in a society characterised by solidarity.

    The Thuringian Government regards it as its task to develop these procedural rules further continuously in a dialogue with citizens and social groups for Thuringia.

     
  4. A sustained development calls for a permanent process and is open to new findings and developments. In order to implement this process, it also has to be designed in an institutionally and organisationally sustainable manner. This requires in particular an early settlement of the authority and legitimatisation of Agenda 21 forums and working groups in their relationship with the town, municipal and district parliaments.

     
  5. For the Agenda 21 process to be turned into a success, it has to be broadly based on the cooperation of as many players as possible from the administration, the economy, unions, churches, associations, federations and politics as well as above all of citizens not organised in any such form. Apart from developing local guidelines for a sustained development of the municipality, town or rural district, drafting concrete programmes of action and implementing project examples are of fundamental importance.

     
  6. Primary fields of action in implementing the Agenda 21 in Thuringia are the following issues - the consumption of land, the protection of the climate and energy, mobility, a regional and sustained economy, labour and social affairs, sustained consumption, the dialogue among the generations, education for a sustained development, civic involvement and local cooperation on development.

     
  7. The Thuringian Government welcomes and supports expressly the numerous activities for implementing the Agenda 21. It is regarded as a chance of achieving a sustained development through a common dialogue based on local expert competence as well as full-time and voluntary commitment. The Government emphasises the maintenance of an individual and local scope for design, conscious of the fact that it will be realised in action at the local level.

     
  8. The Government of Thuringia has taken the initiative to support the following activities, in particular: a) improving the qualification of the players in the Agenda 21 processes b) exchanging information and experience among the Agenda 21 processes and c) drawing up local Agendas 21 at municipal or regional levels.

     
  9. In its overall political responsibility, the Thuringian Government is striving to bring about a dialogue throughout the federal state of Thuringia on a sustained development. This dialogue is to be concentrated on the development of indicators and criteria for a sustained development of Thuringia.

     
  10. The Thuringian Government calls upon all citizens of the Free State of Thuringia and encourages them to cooperate in the implementation of the model of a sustained development in their living environment and to embrace the central motto of the Agenda 21



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