19.05.2017
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Naturschutz und Landnutzer: Gemeinsam für den Erhalt einzigartiger Naturlandschaft an den Ufern der Saale

Natura 2000-Station „Obere Saale“ feierlich eröffnet

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat heute in einem feierlichen Akt die achte von insgesamt elf Thüringer Natura 2000-Station „Obere Saale“ eingeweiht. Von orchideenreichen Kalktrockenrasen über bewaldete Berge mit naturnahen Waldbächen, einer stabilen Biberpopulation und Teichlandschaften als Nist- und Rastplatz für Vögel glänzt das Gebiet der Oberen Saale mit enormem Artenreichtum. Das Betreuungsgebiet umfasst insgesamt 18 FFH-Gebiete, 6 FFH-Objekte und 8 EG-Vogelschutzgebiete.

 

„Entlang der oberen Saale lädt eine vielfältige Naturlandschaft mit Wald, Wasser und landwirtschaftlicher Fläche zum Verweilen ein. Die Natura 2000-Station vernetzt Landnutzer und Naturschützer zur gemeinsamen Pflege und Bewirtschaftung wertvoller Schutzgebiete“, so Siegesmund heute am Pinsenberg bei Brandenstein.

 

Die Station wird bis zum Jahresende 2020 mit insgesamt 300.000 EUR gefördert. Träger der Station ist die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. Sie kooperiert beim Betrieb der Natura-2000-Station mit dem Landschaftspflegeverband „Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale“ e.V. Der Landschaftspflegeverband bringt seine Expertise und langjährige Erfahrung in der Landschaftspflege sowie den guten Kontakt zu den Landnutzern in der Region in die Stationsarbeit mit ein.

 

Schon jetzt wirken regionale Landnutzer am Naturschutz vor Ort mit. So wurde beispielsweise nach Entbuschungsmaßnahmen am Pinsenberg ein Weidemanagement mit dem örtlichen schafhaltenden Betrieb eingerichtet. Mit einer Schaf- und Ziegenherde mit dauerhaft über 800 Tieren hält der Schäfermeister Herr Angelroth Flächen u.a. für die Kleine Hufeisennase frei.

Durch die Mitarbeiter der Natura-2000-Station sollen solche Kooperationen weiter gefördert werden, um einen harmonischen Ausgleich von Landnutzungs- und Naturschutzinteressen zu erreichen.

 

Die Mitarbeiter der Natura-2000-Station beraten und unterstützen beispielsweise Landwirte, das geeignete Finanzierungsinstrument für eine Natura-2000-konforme Bewirtschaftung zu finden. Es können unter anderem Mittel innerhalb des Thüringer Programms zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP) genutzt werden. Daraus können beispielsweise Landnutzer unterstützt werden, wenn sie Ackerland dauerhaft in Grünland umwandeln.

 

Die Station wird den Großteil der Landkreise Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis und damit einen Landschaftsraum betreuen, der in seiner Größe und Vielgestaltigkeit einiges zu bieten hat: Teile des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges, die Fluss- und Auenlandschaften der Oberen Saale, ebenso flache und hügelige Naturräume wie die Orlasenke und die Plothener Teichplatte.

 

Der Sitz der Natura 2000-Station befindet sich in den Räumlichkeiten des Landschaftspflegeverbandes „Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale“ e. V. in Pößneck. Die Station hat ihre Arbeit zum Jahresbeginn 2017 aufgenommen.

 

Hintergrund

Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 47 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. 11 Natura 2000-Stationen in Thüringen helfen, die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen zu sichern und zu entwickeln. Das TMUEN fördert die Ausstattung aller Stationen mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.natura2000.thueringen.de

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