Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr

B247 Ortsumgehung Worbis-Wintzingerode

Bauwerke der Ortsumgehung Worbis - Wintzingerode

Bauherr:   Bundesrepublik Deutschland
     
Entwurfsaufsteller:   Freistaat Thüringen, Straßenbauamt Nordthüringen
     
Entwurfsbearbeiter:   Linienbestimmung:                      INVER- Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen GmbH, Erfurt
Entwurfsplanung
Streckenbau, Brückenbau:          Emch + Berger GmbH, Ingenieure und Planer, Weimar
Entwurfsplanung Brückenbau:    Ercosplan GmbH, Erfurt
Entwurfsplanung Brückenbau:    Leonhardt, Andrä u. Partner, Erfurt
     
Baudurchführung:  

Brückenbau: Bauwerke (BW) 1 bis 7

BW 1, 4 Ü, 5:    Ernst u. Herwig Hoch- und Tiefbau GmbH & Co KG
BW 2:                Dr. Waldenburger GmbH
BW 3:                Ingenieurbau Bergman GmbH
BW 6:                Universal Bau GmbH
BW7Ü:              Gerdum und Breuer Bau GmbH

Streckenbau:

  
                          ARGE B 247 n OU Worbis und Wintzingeroder bestehend aus:
                          Bickardt Bau Thüringen GmbH Schwabhausen
                          Bickardt Bau AG Kirchheim
                          Tief- und Meliorationsbau GmbH Leinefelde- Worbis
 

     
Baulänge:   B 247 n:                                   5.440 m
Länge der Wirtschaftswege:   2.260 m
Länge der Anschlüsse:           1.810 m
                                                  __________

Gesamtlänge:                           9.510 m                
     
Fahrbahnbreite:   B 247 n:                       RQ 10,5 (8,00 m Fahrbahn)
                                      Zusatzfahrspur im Steigungsbereich
L 3080:                        RQ 9,5 (6,50 m Fahrbahn)
L 1012:                        RQ 10,5 (7,50 m Fahrbahn)
     
Anzahl der Brücken:  

7 Brückenbauwerke

BW1: (18,40 m) im Zuge der B 247 n über die L 3080
BW2: (12,50 m) im Zuge der B247 n über die L1012
BW3: (22,90 m) im Zuge der B 247 n über einen Wirtschaftsweg
BW4: (20,00 m) im Zuge eines Wirtschaftsweges über die B 247 n
BW5: (27,20 m) im Zuge der B 247 n über die Hahle und einen Wildwechsel
BW6: (11,50 m) im Zuge der B 247 n über einen Wildwechsel
BW7: (22,80 m) im Zuge eines Wirtschaftsweges über die B 247 n

     
Bauzeit:  

Brückenbau
Baubeginn:   21.08.2009 (Spatenstich)
Bauende:      10/ 2010

Streckenbau
Baubeginn:    10/ 2009
Bauende:       06.05.2012 (Verkehrsfreigabe)

     
Kosten:    16,700 Mio Euro, davon 0,600 Mio € EFRE- Förderung

 

Beschreibung der Baumaßnahme:

Planungsablauf:

Linienbestimmung BMVBS:                                20.10.2000
Vorentwurf:                                                               05.2005
Einleitung des Planfeststellungsverfahrens:      10.03.2006
Planfeststellungsbeschluss:                              20.03.2009


Die Baumaßnahme umfasst die B 247n als westliche Umgehungsstraße des Stadtteils Worbis (Stadt Leinefelde -  Worbis) und der Gemeinde Wintzingerode. Die Ortsumgehung bindet im Süden an die Umgehungsstraße Leinefelde an und geht im Norden bei Wintzingerode auf die bestehende B 247 in Richtung Duderstadt/Niedersachsen über. 
Die B 247 wird im regionalen Raumordnungsplan Nordthüringens der überregionalen Verbindungsachse Erfurt – Bad Langensalza – Mühlhausen – Leinefelde- Worbis – Duderstadt / Göttingen zugeordnet. Sie erschließt und verbindet die Süd-, Mittel- und Nordregion des Landes Thüringen sowie Thüringen und Niedersachsen. 
Die Entwicklung der Raumstruktur in der Thüringer Region, insbesondere im Eichsfeldkreis, zielt auf die vollständige Beseitigung der Folgen jahrzehntelanger Teilung. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur trägt wesentlich dazu bei, das angestrebte Zusammenwachsen der alten und der neuen Bundesländer zu beschleunigen und das Obere und Untere Eichsfeld wieder zu verbinden. Die neue Bundesstraße B 247 verbessert entscheidend die Standortbedingungen für die Wirtschaft und entlastet die Orte vom Durchgangsverkehr. Sie stärkt nachhaltig die raumstrukturell angestrebte Entwicklung des ländlichen Raumes in seiner naturräumlichen, landschaftlich, siedlungsstrukturellen und kulturellen Eigenart und den darauf abgestimmten Netz zentraler Orte und Verflechtungsbereiche.

Wesentliche Zwangspunkte bei der Trassierung waren: 

  • Anschluss Ortsumgehung Leinefelde (B 247neu / L 3080)
  • Gewerbliche Bebauung und Altlastablagerung Worbis
  • Siedlungs- und Naherholungsgebiet Klien
  • Anbindung und Bebauung Wintzingerode
  • Gewässer Hahle (Höhenzwangspunkt)
  • Biotope und Feuchtgebiete der Hahleaue (Flächennaturdenkmal Teufelsröse)
  • Anschluss an den Streckenabschnitt B 247 alt nördlich Wintzingerode
  • Nutzung der stillgelegten Bahntrasse zwischen Worbis und Wintzingerode
     

Die Planung beinhaltete 3 Knotenpunkte:

Knoten 1: Anschluss Worbis L 3080 (Knoten Worbis Süd)       -  teilplanfreie Ausbildung
Knoten 2: Anschluss L 1012 (Knoten Worbis Mitte)                   -  teilplanfreie Ausbildung
Knoten 3: Anbindung Wintzingerode                                           -  plangleiche Ausbildung

Die Hauptstrecke der B 247 n wurde mit einem Regelquerschnitt RQ 10,5 + 0,5 gebaut.
Für die Ausbaubereiche der L 3080 / Knoten 1 wählte man den Querschnitt RQ 9,5 + 0,5.
Die Verlängerung der L 1012 übernimmt eine Zubringerfunktion (Knoten 2) und wurde mit einem Querschnitt RQ 10,5 ausgeführt.

Beginnend bei Station 2+865  und endend bei Station 1+370 (Richtung Leinefelde-Worbis) wurde auf einer Länge von 1.495 m ein Zusatzfahrstreifen vorgesehen. Damit soll ein stabiler Verkehrsfluss mit Überholmöglichkeiten bei ungünstigen Steigungsverhältnissen und langsam fahrendem Schwerverkehr gesichert werden.
Im Bereich Hahletal (km 3+300 bis km 4+100) verläuft die Trasse auf dem nicht mehr genutzten Bahnkörper der Deutschen Bahn, Strecke Leinefelde - Teistungen. Im Zuge der Trassenoptimierung der einbindenden L 3080 war der Abbruch eines Brückenbauwerkes dieser stillgelegten Bahnstrecke bei km 0+300 erforderlich.  

Die Trasse durchschneidet auf 2,78 km Bereiche der Trinkwasserschutzzone III und 0,43 km eine Trinkwasserschutzzone II. Es wurden deshalb 2 Regenrückhaltebecken gebaut.

Mit der Verkehrsfreigabe der B 247 n wurde die alte B 247 teilweise zurückgebaut. Im Zuge der alten B 247 gab es viele Wildunfälle, vor allem im Bereich des Bärenparks. Durch den Teilrückbau konnte dieses Gefahrenpotential erheblich reduziert werden. Die neue B 247 wurde mit zwei Wilddurchlässen ausgestattet.
Im Bereich des Hauptwildwechsels wurde der gesamte Bereich auf 950 m Länge gezäunt, desweiteren wurden Amphibienleiteinrichtungen und Fledermausüberflughilfen gebaut. 

 

 

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