Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Abgestimmt | ZUSAMMENwachsen in der Kunst

Cosima Göpfert und Michael Ernst

Ausstellung vom 10. Juni bis 26. Oktober 2022 im Rahmen der Bundesratspräsidentschaft des Freistaats Thüringen im Bundesrat in Berlin

Thüringen ist ein Land mit einer lebendigen und vielfältigen jungen Kunstszene. Zwischen Erfurt und Weimar, in dem kleinen Ort Bechstedtstraß, lebt das Künstlerpaar Cosima Göpfert und Michael Ernst. Sie symbolisieren die lebendige Erfahrung junger Kreativer, gemeinsam etwas aufzubauen, dabei sich selbst zu bleiben und gleichzeitig zu entwickeln – ZUSAMMENwachsen ist auch „gemeinsam Teil von etwas Neuem werden“.

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Ausstellungsansicht im Bundesrat, Foto: Cosima Göpfert

Livestream der Eröffnung im Bundesrat

Aktivierung erforderlich

Durch das Klicken auf dieses Video werden in Zukunft YouTube-Videos auf dieser Seite eingeblendet. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden.
Weitere Informationen zum Datenschutz

360-Grad-Ansicht der Ausstellung im Bundesrat

Die 360°-Aufnahmen wurden realisiert vom Landesdigitalisierungszentrum/Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.
Aufnahmen: Nina Maria Reichel, 2022

Cosima Göpfert

Cosima Göpfert ist bildende Künstlerin im Bereich Konzeptkunst und Op-Art. An der Bauhaus-Universität Weimar absolvierte sie ein Doppelstudium Freie Kunst sowie Kunsterziehung und Geschichte an der FSU Jena. Seit 2012 ist sie freischaffend und erhielt 2019 das Landesstipendium für Bildende Kunst der Kulturstiftung Thüringen. Mit dem vielfältigen und grenzübergreifenden Einsatz von Porzellan steht Cosima Göpfert in einer langen Thüringer Tradition.

Lebenslauf

  • 1981 in Apolda geboren
  • 2000 – 2004  Ausbildung zur Grafikerin in Regensburg und Anstellung in Ingolstadt
  • 2004 – 2005 künstlerische Mentorenschaft bei Jürgen Blum Kwiatkowski
  • 2005 – 2012 Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar
  • 2008 – 2012 Studium des Gymnasial-Lehramts für Kunst & Geschichte an der Bauhaus-Universität Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • 2012 Diplom Freie Kunst & Erstes Staatsexamen
  • seit 2012 freischaffende Künstlerin
  • seit 2013 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und Verband Bildender Künstler Thüringen e.V.
  • 2019 Thüringer Landesstipendium für Bildende Kunst
  • 2021 Sonderstipendium der Kulturstiftung Thüringen
Porträtaufnahme der Künstlerin vor ihrem Werk in schwarz weiß
Cosima Göpfert, Foto: Dirk Skiba

Werkaufnahmen von Cosima Göpfert

Skulptur: schwarzer Kreis mit weißen Kugeln
PULSE IV - 2022 | Glasiertes Porzellan auf pigmentiertem MDF | Ø 100/T 9 cm, Foto: Cosima Göpfert
Kunstwerk: schwarzer Kreis mit weißen Kugeln
PULSE II - 2019 | Biskuit-Porzellan auf pigmentiertem MDF | Ø 60/T 7 cm, Foto: Cosima Göpfert
Kunstwerk: schwarzer Kreis mit weißen Kugeln
PULSE III - 2019 | Biskuit-Porzellan auf pigmentiertem MDF | Ø 40/T 7 cm, Foto: Cosima Göpfert
Skulptur: rote Rückwand mit Nägeln auf denen weiße runde Scheiben hängen
BREEZE II - 2020 | Glasiertes Porzellan & Neonlack auf Holz | H/B/T 112/150/20 cm, Foto: Cosima Göpfert
Skulptur: schwarze Raute auf der weiße Dreiecken angeordnet sind
CLUSTER III - 2020 | Biskuit-Porzellan auf pigmentiertem MDF | H/B/T 62/100/7 cm, Foto: Cosima Göpfert
Skulptur: schwarzes Quadrat mit weißen Rauten
CLUSTER II - 2017 | Biskuit-Porzellan auf pigmentiertem MDF | H/B/T 70/80/5 cm, Foto: Cosima Göpfert
Kunstwerk: blaues Quadrat mit weißen Punkten
MORS FROM MARS VI - Heimat-Serie, 2020 | Biskuit-Porzellan & Acryl auf MDF | gemorste Botschaft: Heimatliebe – Heimatverlust | H/B/T 80/80/5 cm, Foto: Cosima Göpfert
Kunstwerk: zwei blaue Quadrate mit weißen Punkten
MORS FROM MARS X - Heimat-Serie, 2020, Diptychon | Biskuit-Porzellan & Acryl auf MDF | gemorste Botschaft: Hier rein – Da raus | H/B/T je 50/50/5 cm, Foto: Cosima Göpfert
Skulptur: In einem Raum mit historischen Wandgemälden liegt ein Haufen Porzellanskulpturen in Form von Brot und Brötchen auf einem Holzboden.
KLEINE BRÖTCHEN & WARME SEMMELN - 2022 | Biskuit-Porzellan, 1.000er Auflage gesamtverschiedene Ausführungen und Größen: Semmel, Doppeltes, Brotlaibim Bundesrat ausgestellt: 130 Stück | Foto: Präsentation im Roten Turm der Orangerie Belvedere Weimar als Ausstellung „Blatt + Werk“ (Reihe „Kamelie und Skulptur“), März/April 2022, Foto: Cosima Göpfert
Skulptur: Porzellanskulpturen in Form von Brötchen hintereinander gereiht
KLEINE BRÖTCHEN & WARME SEMMELN - 2022 | Biskuit-Porzellan, 1.000er Auflage gesamtverschiedene Ausführungen und Größen: Semmel, Doppeltes, Brotlaibim Bundesrat ausgestellt: 130 Stück | Foto: Präsentation im Roten Turm der Orangerie Belvedere Weimar als Ausstellung „Blatt + Werk“ (Reihe „Kamelie und Skulptur“), März/April 2022, Foto: Cosima Göpfert

Michael Ernst

Michael Ernst ist Metallbildhauer. Nach einer Ausbildung zum Kunstschmied ist er seit 2002 als freischaffender Künstler selbstständig. Er gründete das Atelier „mobiles-eisen“ und erhielt 2021 ein Sonderstipendium der Kulturstiftung Thüringen. Die kinetischen Stahlskulpturen führen die Maxime des Bauhauses, vom traditionellen Handwerk zur Kunst zu gelangen, als Teil Thüringer Geschichte fort. Dem vermeintlich schweren, trägen und kühlen Material Metall gibt Michael Ernst Leichtigkeit, Klang und Wärme.

Lebenslauf

  • 1973 geboren in Stolberg / Harz
  • 1989 – 1992 Ausbildung zum Kunstschmied
  • 1992 Arbeitsaufenthalt in Japan
  • 1996 – 2001Wanderschaft und künstlerische Weiterbildung in Frankreich, Portugal, Schottland und England
  • 2005 – 2010 Leben und Arbeiten in Berlin
  • 2014 1. Preis Skulpturenpark Mörfelden-Walldorf
  • 2021 Sonderstipendium der Kulturstiftung Thüringen
  • seit 2011 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und Verband Bildender Künstler Thüringen e.V.
  • seit 2002 freischaffender Künstler
Porträt von Michael Ernst
Michael Ernst, Foto: Cosima Göpfert

Werkaufnahmen von Michael Ernst

Skulptur: geschwungene, vierkantige Eisenkonstruktion auf einem Ständer aus Holz
NEXUS XIX - 2021 | Vierkantstahl gebogen | H/B/T 39,5/20/15 cm, Foto: Michael Ernst
Skulptur: geschwungene, vierkantige Eisenkonstruktion auf einem Ständer aus Holz
NEXUS XI - 2021 | Vierkantstahl gebogen | H/B/T 18/61/19 cm, Foto: Michael Ernst
Skulptur: geschwungene, vierkantige Eisenkonstruktion auf einem Ständer aus Holz
NEXUS X II - 2021 | Vierkantstahl gebogen | H/B/T 24/15/16 cm, Foto: Michael Ernst
Skulptur: geschwungene, vierkantige Eisenkonstruktion auf einem Ständer aus Holz
NEXUS XV - 2021 | Vierkantstahl gebogen | H/B/T 18/61/19 cm, Foto: Michael Ernst
Skulptur: geschwungene, vierkantige Eisenkonstruktion auf einem Ständer aus Holz
NEXUS XVIII - 2021 | Vierkantstahl gebogen | H/B/T 19,5/66/16 cm, Foto: Michael Ernst
Kinetische Skulpturen aus Stahl auf einem Ständer auf einer Wiese vor einer Mauer
KOSMOS V II - 2016 | kinetische Stahlskulptur | H/B/T 260/127/127 cm, Foto: Michael Ernst

Grußwort des Bundesratspräsidenten Bodo Ramelow

Liebe Leserinnen und Leser,

Kunstschaffende sind immer auch Botschafter ihres Landes: Ihre Sprache wird über Grenzen hinweg verstanden, ihr Anliegen, kulturelle Werte zu bewahren und weiter zu entwickeln, übersteigt Unterschiede und stiftet Dialog zwischen Gegensätzen und Generationen. In diesem Zusammenhang ist auch die Ausstellung „Abgestimmt. ZUSAMMENwachsen in der Kunst“ des Thüringer Künstlerpaares Cosima Göpfert und Michael Ernst zu verstehen, die im Rahmen der Thüringer Bundesratspräsidentschaft im Lichthof des Bundesrats gezeigt wird.

Nachdem Part 1 die Kunstsammlung Jena und ihre Geschichte in der Synthese aus Ost und West in den Blick nahm, widmet sich Part 2 der Gegenwart und der jungen, lebendigen und vielfältigen Kunstszene Thüringens. Die Arbeiten der Grafikerin und freien Künstlerin Cosima Göpfert und des Metallbildhauers Michael Ernst spiegeln das Motto der Thüringer Bundesratspräsidentschaft „Zusammenwachsen, um zusammen zu wachsen“ aus Perspektive der jungen Thüringer Kunstszene. ZUSAMMENwachsen – das ist auch die Entscheidung einer jungen Kunstgeneration, in Thüringen zu leben und zu arbeiten und symbolisiert die Herausforderung junger Kreativer, zusammen etwas aufzubauen. „Abgestimmt“ ist somit auch Leben und Arbeiten, und „Abgestimmt“ wird auch in Berlin, im Plenarsaal des Bundesrates.

Mann im Anzug gestikuliert mit Händen

Wenn wir die reiche Thüringer Kulturlandschaft betrachten, erkennen wir die Kraft des gemeinsamen Wachsens in der kreativen Szene der Gegenwart, die auch bekannte Traditionen des Freistaats aufgreift und lebendig macht: Cosima Göpfert erweitert mit ihrer Op-Art- und Konzept-Kunst die Porzellankultur Thüringens, und greift Gedanken des Bauhauses auf, ebenso wie Michael Ernst, dessen Skulpturen vom traditionellen Handwerk zur Kunst gelangen.

Als Bundesratspräsident sehe ich mich als Botschafter dieser jungen Kunstszene und freue mich über diese Ausstellung im Bundesrat als Schaufenster mit Ausblick auf den Freistaat Thüringen. Wenn Sie mehr sehen und erleben wollen, gönnen Sie sich einen Besuch in Thüringen. Vielleicht zum Tag der Deutschen Einheit, den wir am 3. Oktober 2022 in Erfurt mit einem Bürgerfest feiern? Sie sind jederzeit herzlich willkommen!

Bodo Ramelow
Bundesratspräsident 2022 und Ministerpräsident des Freistaats Thüringen

Laudatio für Cosima Göpfert und Michael Ernst im Weimarer Land

von Cornelia Nowak

In der Verbindung von traditionellem Handwerk und bildender Kunst sehen Cosima Göpfert (*1981 Apolda) und Michael Ernst (*1973 Stolberg/Harz) den Nukleus ihres gemeinsamen, zugleich sehr eigenständigen Schaffens. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt des Künstlerpaares ist das beschauliche, zwischen Erfurt und Weimar abseits der Hauptverkehrswege gelegene Dorf Bechstedtstraß im Westen des Landkreises Weimarer Land in Thüringen. Dessen Umgebung hatte einst Lyonel Feininger, Meister am 1919 gegründeten Staatlichen Bauhaus Weimar, solitäre  interdisziplinäre Kunstschule von heutigem Weltrang, mit Fahrrad und Zeichenstift erkundet. Hier, am Rande des Ilmtales, entstand das Refugium der beiden Aussteller mit Atelier, Werkstatt und Galerie, ein Ort, der weithin als Begegnungsstätte für Künstler, Sammler und Interessierte geschätzt wird. Gleichwohl verhalfen sie der Dorfkirche im benachbarten Grundstück zu neuer Aufmerksamkeit und Relevanz, initiierten dessen kulturelle Wiederbelebung als Stätte des Miteinanders wie der inneren Einkehr. Künstlerische Kreativität sowie soziales und kulturelles Engagement verstehen beide als Teil einer Lebenswirklichkeit, die Fragen der Gegenwart engagiert zur Sprache bringt und den Diskurs über historische Ereignisse, soziale Umbrüche und kollektive wie individuelle Veränderungsprozesse nicht ausblendet. Dies begründet sich einerseits mit ihren jeweils ausgeprägten individuellen Dispositionen, andererseits durch den Bildungsweg. Er führte Cosima Göpfert an die Bauhaus Universität Weimar zum Studium der Freien Kunst und Michael Ernst zur autodidaktischen Ausbildung im Metallhandwerk, deren Wurzeln in der väterlichen Kunstschmiede liegen und in internationalen Werkstätten ihre Vollendung fand.

  • Im Lichthof des Bundesrates präsentieren Cosima Göpfert und Michael Ernst Ergebnisse ihres Schaffens aus jüngster Zeit: konzeptuelle Porzellanarbeiten und Metallskulpturen, die als diskursiv angelegtes, solitäres Gemeinschaftskunstwerk erhellende Einsichten erlaubt. Porzellan und Metall, deren Verwendung nicht nur in Thüringen eine lange Tradition hat, sind vielseitig eingesetzte Werkstoffe in Handwerk, Industrie und Forschung. Als stille Begleiter des Alltags sind sie Zeugen von Wohlstand, Kultur und Innovation, aber auch starker Veränderungen, ein Aspekt, den beide in ihren jeweils sehr unterschiedlichen Arbeitsansätzen integriert haben.

    Cosima Göpfert folgt mit ihren Objekten und Installationen dem Konzept von Intervention und Umcodierung: materialbezogene Bedeutungszuschreibungen und Sehgewohnheiten werden in ihren Arbeiten radikal hinterfragt. Mit „Stepptease“ etwa, einem aus Barbiepuppen-Porzellanbeinen geformten, kugelförmigen Objekt, das nicht nur über den Tisch, sondern sinnbildhaft durch das Jahrhundert rollt, offenbaren sich Anspielungen auf Frauenbewegung und Arbeitswelt: Revuetänzerinnen etwa wurden bestaunt und zugleich verachtet. Ebenso drastisch verhandelt sie gegenwärtige Fragen zu Wohlstand und Versorgung. Ihre jüngste Arbeit, die raumgreifende Installation „Kleine Brötchen & warme Semmeln“ (2022), entstand in Auseinandersetzung mit globalen Fragen um Nahrungsmittelverschwendung und -knappheit. Wie selbstverständlich scheinen die im Raum schwebenden und auf dem Boden liegenden, kalkfarbenen Backwaren, produziert als Multiples im thüringischen Porzellanwerk Kahla, verfügbar zu sein. Dem in Inhalt und Aussage verstörenden Kunstwerk liegt ein soziales und gesellschaftspolitisches Ansinnen zugrunde: ein Teil des Verkaufserlöses kommt dem Deutschen Kinderhilfswerk zugute. Als Botschaft gegen Armut und Hunger, aber auch gegen die allgemeine Bedrohung durch Krieg und seine Folgen, könnte mit Blick auf die Ukraine aktueller nicht sein. Neben feministischen und humanitären Fragestellungen stehen strukturelle Exkurse im Fokus ihrer Arbeit. Sprudelnde Quellen (Serie „Pulse“), blühende Landschaften („Breeze“, 2020), Zellen und Parzellen („Cluster“) oder Verbindungen („Morse“) beschreibt die Künstlerin als sinnbildhafte Phänomene im Prozess realer Veränderungen.

    Michael Ernst widmet sich in seinen am Vorbild der europäischen Moderne geschulten Metallskulpturen und kinetischen Objekten den klassischen Konstanten von Raum und Volumen, Form und Bewegung. Den Skulpturen der Gruppe „Nexus“ beispielsweise liegt der Gedanke des „Zusammenwachsens in Balance“ (Michael Ernst) zugrunde: unterschiedlich gebogene Stahlbarren fügen sich – dem Begriff ‚Nexus‘ folgend – zu ‚Verbindungen‘, zu homogenen, kraftvollen Objekten, ‚Gefügen‘ oder ‚Verknüpfungen‘. Das harte, aber biegsame Material zwingt zu Maß und Proportion. In seinen kinetischen Objekten, die als Großplastiken im Freigelände Aufstellung finden, wird dies augenscheinlich, denn eine unkalkulierbare Komponente, die Windkraft, wird zur Partnerin des Künstlers und löst jene sanften Schwingungen und Rotationen aus, die sich im Ergebnis als raumzeichnende Bewegungen unter freiem Himmel abzeichnen. Michael Ernst erschafft hierbei meditativ anmutende, gleichnishafte Kunstwerke, die als Visualisierungen von Kräfteverhältnissen und Veränderungsmöglichkeiten weite Beachtung gefunden haben.

    Als der Weimarer Kunsthistoriker und Demokrat Edwin Redslob (von 1920 bis 1933 Kunstwart der Weimarer Republik) im Jahr 1972 seine Memoiren unter dem visionären Titel „Von Weimar nach Europa“ veröffentlichte, bestimmten starre Kräfteverhältnisse den Alltag der Menschen im damals geteilten Deutschland. Dass Cosima Göpfert und Michael Ernst mit ihrem Schaffen dazu beitragen können, dem europäischen Gedanken heute Kontur und Nachhaltigkeit zu verleihen, ist ein besonders wertvolles Ergebnis vergangener Jahrzehnte deutscher Geschichte. Das Motto der Thüringer Präsidentschaft „Zusammenwachsen, um zusammen zu wachsen“ entspricht in wunderbarer Weise ihrem Selbstverständnis als Künstlerpaar. „Haltung zeigen, sich einmischen, positionieren und Verantwortung übernehmen“ – beide verstehen dies als Voraussetzung eines menschlichen Miteinanders, in dem die Freiheit der Kunst einen hohen Stellenwert hat.

Die Autorin Cornelia Nowak, 1965 in Quedlinburg geboren, ist seit 2000 Kuratorin und Leiterin der Grafischen Sammlung im Angermuseum Erfurt und seit 2014 Lehrbeauftragte an der Universität Erfurt.

 

Weitere Informationen zur Bundesratspräsidentschaft

Weitere Informationen zum Freistaat Thüringen

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: